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Sonntag, 31. Dezember 2017

BUCHWEIZEN-SCHOKO-COOKIES (UND KÜCHENMASCHINEN)



















 Gerade rechtzeitig fürs diesjährige Fest postete (der von mir äusserst geschätzte) Pastry-Chef David Lebovitz ein Plätzchenrezept für Buckwheat Chocolate Chip Cookies auf seinem Blog. Es erfüllt nicht nur die wesentlichen Bedingungen für einen anständigen Keks - Schokolade und Nüsse - sondern enthält, als Extra-Bonus, auch noch ein interessantes Mehl: Buchweizen!

Wenn man, wie ich, nicht nur einen, sondern mehrere Mixer besitzt, muss man immer überlegen, welches der Geräte für welche Aufgabe geeignet sind. Mein 20 Quart/19-Liter-Schwergewicht von Hobart, (gebraucht in einem Laden für Restaurantbedarf erstanden), ermöglicht mir meine kleine, halbprofessionelle Brotbäckerei.

Kommerzieller Hobart-Mixer - ein echtes Arbeitspferd
Für Vorteige und einzelne Brote habe ich eine Ankarsrum und die 7 Quart/6 1/2 Liter Kitchen-Aid. Beide Maschinen sind allerdings keine Alleskönner: die Ankarsrum knetet prima weiche Teige - die sich bei der Kitchen-Aid gern am Knethaken hochranken - tut sich aber schwer mit eher festen Teigen, wie meinen Mehrkorn-Pitas. 

Und der Schüsselrand ist nach innen gebogen, was das Herausschaben des Teig unnötig erschwert.

Bei der grossen Kitchen-Aid muss man zwischendrin mindestens einmal Reste von den Schüsselwänden herunterschaben, die sonst beim Mixen nicht erfasst werden.

Immerhin hat sie kein Problem mit Vollkornteigen, daher benutze ich sie für die Mehrzahl meiner Backwerke.

Meine 4.5 Quart/4 1/4 Liter fassende Hamilton-Beach, die ich für Kuchen (und die  Weihnachtskekse) benutzte, macht sich für so ein kleines, relativ billiges Gerät recht gut, sie schafft (wenn auch mit leichtem  Stöhnen) sogar den berüchtigten Pita-Teig. 

Mehrkorn-Pitas - den Teig schafft nicht jeder Mixer!
Am besten von allen amerikanischen Mixern hat mir früher die 7-Quart-Cuisinart gefallen. Aber leider hatte sie die unliebsame Angewohnheit, herumzuwandern, und meine erste Maschine fand denn auch ein vorzeitiges Ende auf dem Fussboden.

Ihre Nachfolgerin, deren Bewegungen ich mit Argusaugen überwachte, hatte einen noch perfideren Trick auf Lager. Obschon abgeschaltet, fing sie plötzlich an, schwarze Rauchwolken auszustossen.

Durch den Geruch nach verbranntem Kunststoff alarmiert, riss ich den Stecker aus der Wand und begoss die schmorende Maschine mit Wasser. Der Cuisinart-Kundendienst reagierte leider auf diese gefährliche Fehlfunktion so wenig kulant, dass ich dieses Modell nie wieder gekauft hätte.

Meinen geliebten Bosch-Mixer aus Deutschland konnte ich hier in den USA leider nicht gebrauchen, das auf 220 Volt ausgerichtete Power erlahmte in einer 110 Volt Steckdose zu müde-leiernden Umdrehungen. (Umgekehrt kann ein amerikanisches Gerät mit einem Konverter sehr wohl europäischer Stromspannung angepasst werden.)

Eine vergleichende Tabelle einzelner Küchenmaschinenmodelle, wie bei Küchenmaschine Test, suche ich leider vergebens hier in den USA. Was ich an Vergleichen in meinen Kochzeitschriften gelesen habe, deckte sich nämlich teilweise überhaupt nicht mit meinen Erfahrungen.

Irgendwann schaffe ich mir vielleicht doch noch mal eine Alleskönner-Maschine wie die Kenwood Chef an. Spätestens dann, wenn wir aufgrund fortgeschrittener Gebrechlicheit in eine Behausung mit kleinerer Küche umzuziehen. Oder wenn die Wiederwahl eines gewissen Herrn T. eine Re-emigration in die alte Heimat unumgänglich machen sollte!

Buchweizen-Schoko-Cookies mit viel stimmungsaufhellender Schokolade

Bevor ich mir von solchen Gedanken die Stimmung verderben lasse, gebe ich euch lieber das Rezept für die leckeren Buckwheat Chocolate Chip Cookies. Schokolade hilft bekannterweise auch gegen Depressionen.

Wichtig bei diesen Keksen ist die Einhaltung einer mindestens 12-stündigen Teigruhe. Wie bei den "weltbesten" Chocolate Chip Cookies der NY Times, braucht der Teig ausreichend Zeit, um seinen hervorragenden Geschmack zu entwickeln. Und der wird sogar noch besser, wenn er 2 (oder 3) Tage im Kühlschrank schlummern darf!

Nüsse, Schokolade und gerösteter Buchweizen (Kasha)

BUCHWEIZEN-SCHOKO-COOKIES (nach David Lebovitz)
(ca. 40 kleine oder 20 grosse Plätzchen)

80 g brauner Zucker
60 g weisser Zucker
115 g Butter, geschmolzen und auf Zimmertemperatur abgekühlt
1 Ei (Kl. M) (Zimmertemperatur)
1 Eigelb
1 1/2 TL Vanilleextrakt (oder 3 TL Vanillezucker)
140 g Weizenmehl
35 g Buchweizenmehl
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Backnatron
1/4 TL Salz
230 g dunkle Schokolade, grob gehackt
22 g/3 EL Buchweizen-Kasha (gerösteter Buchweizen) oder Kakao-Nibs
75 g Walnüsse, Mandeln, oder Pecans, geröstet und grob gehackt
Maldon oder andere grobe Meersalzflocken zum Bestreuen

Butter, Zucker, Ei und Vanille mischen

1. TAG
In grosser Schüssel Zucker mit geschmolzener Butter mischen. Ei, Eigelb und Vanille unterrühren.

Alle trockene Zutaten verrühren

In zweiter Schüssel Mehle, Backpulver, Backnatron und Salz verrühren (Schneebesen). Die trockenen Zutaten in die der Butter-Zucker-Mischung einrühren.

Schliesslich Mehlmischung mit den feuchten Zutaten im Mixer mischen

Schokolade, Kasha (oder Kakao-Nibs) und Nüsse untermischen. Zugedeckt über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen (bis zu 3 Tagen).

Nach der Kühlzeit ist der Teig sehr fest

2. TAG
Teig 30 Minuten vor Gebrauch aus dem Kühlschrank nehmen (er wird ziemlich fest sein).

Ofen auf 180ºC vorheizen. 4 Backbleche mit Backpapier oder Silikonmatten auslegen.

Bei mir passten 20 kleine Plätzchen auf ein Blech

Teig mit kleinem oder grossen Portionierer (oder Esslöffel) zu 2-cm bis 4-cm Kugeln formen und in 6-cm Abständen auf die vorbereiten Bleche legen. Mit dem Finger etwas flachdrücken und mit ein paar Meersalzflocken bestreuen (man braucht dabei nicht allzu zaghaft zu sein).

Mit Salzflocken bestreuen (ich hätte ruhig mehr nehmen sollen!)

Kekse (im unteren und oberen Ofendrittel) nur so lange backen, bis sie beinahe, aber noch nicht ganz in der Mitte fest sind, und noch etwas weich, ca. 12 Minuten, dabei die Bleche nach der halben Backzeit rotieren.

Frisch gebacken

Aus dem Ofen nehmen. Jeden Keks sofort ganz leicht von oben einmal mit dem Spatel drücken, damit sie etwas kompakter werden. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

In einer dichtschliessenden Dose halten sich die Kekse mehrere Tage bei Zimmertemperatur. Sie werden dabei etwas trockener und fester, schmecken aber noch genauso gut.

TIPP: Den Teig kann man auch bis zu 2 Monaten im Tiefkühlfach aufbewahren.

Mittwoch, 7. Mai 2014

VICTORIANISCHES GEBÄCK - ENGLISH DIGESTIVE BISCUITS


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Unser ABC Mai-Projekt hörte sich für mich nicht allzu verlockend an - English Digestive Biscuits - Englische Verdauungskekse!

Meine Verdauung ist üblicherweise nicht das, woran ich denke, wenn ich Kekse backe (eine eingehendere Diskussion dieses Themas wurde von meinem Haus-Zensor gestrichen: "You Germans with your scatological humor - gross!")

Aber als ich mir das Rezept von King Arthur's Flour näher anschaute, erfuhr ich, dass die Biscuits eine interessante Geschichte haben. 1851 in einer Londoner Zeitung als "verdauuungsfördernde Braunmehl-Kekse" beworben, wurden sie später als "nahrhaftes Essen für Leute mit schwacher Verdauung" sogar patentiert!
 
Urweizen Einkorn
Historisches Brot und Gebäck (oder welches mit einer Verbindung zur Geschichte) fasziniert mich, daher beschloss ich, die Biscuits zu backen - obschon keiner von uns an schwacher Verdauung leidet (und schon gar nicht an Unterernährung!)

Nach Durchlesen vieler Rezept-Bewertungen reduzierte ich die Zuckermenge (von 85 auf 50 g), tauschte den Puderzucker gegen braunen Zucker aus und fügte eine Prise Salz hinzu.

Und weil ich den nussigen Geschmack gern mag, nahm ich Einkornmehl anstatt Vollkornweizen.

Der Food Prozessor machte kurzen Prozess mit dem Teig und das Ausrollen war ebenfalls einfach. Der Teig ist auch recht unempfindlich, selbst mehrfaches Wiederausrollen der Reste machte die Kekse nicht zäh.

Kaum aus dem Ofen, schnappte sich mein Cookiemonster Ehemann einen Biscuit. Er behauptete, es sei ein "Malfatti" (misslungen) und müsse daher eliminiert werden. Ich bestand auf zivilisierterem Verzehr - schliesslich waren die Kekse victorianisch! - und wir hatten sie zum 5-Uhr Tee.

Die Digestive Biscuits waren wirklich gut, zartkrümelig, mit buttrigem, leicht nussigen Geschmack. Der Zensor beurteilte sie als VIEL besser als gekaufte ("pappig"), und ich durfte mich als perfekte victorianische Hausfrau fühlen!

Delikat nahrhaft und gut für dich!

ENGLISH DIGESTIVE BISCUITS MIT EINKORN (nach King Arthur Flour)
(ca. 30 Kekse)

  57 g Weizenmehl Typ 405
170 g Einkornvollkornmehl (oder Vollkornweizen)
    5 g/1 gestr. TL Backpulver
113 g Butter (Zimmertemperatur)
  50 g brauner Zucker
 1 Prise Salz
 1/4 Cup/60 ml kalte Milch

Ofen auf 175ºC vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier (oder Silpat) auslegen.

Der Food Processor macht die Teigzubereitung einfach

Mehl, Zucker und Backpulver in die Schüssel des Food Processors geben (man kann aber auch den Mixer benutzen). Kurz vermischen. Butter und Milch dazugeben und so lange mixen, bis ein glatter Teig entsteht.

Plastikfolie verhindert das Kleben am Teigroller

Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche oder Silikonmatte legen. Ca. 4 mm dick ausrollen und in gewünschter Form ausstechen (ich habe eine runde Ausstechform mit Wellenrand und 58 mm Durchmesser benutzt).

Ich habe eine runde Ausstechform mit gewelltem Rand benutzt

Biscuits auf die vorbereiten Bleche legen und mehrfach mit einer Gabel einstechen (damit die Kekse flach bleiben - oder einfach zur Dekoration). Sie können relativ dicht nebeneinandergelegt werden.

Das Einstechen soll die Kekse flach halten

Kekse in ca. 15 bis 20 Minuten hell goldbraun backen, dabei Bleche nach der halben Backzeit um 180 Grad drehen, damit sie gleichmässig bräunen (bei mir: 20 Minuten, mit Umluft).

Victorianische Lady - sie hätte die Biscuits genossen!

Wenn ihr Lust habt, bei den Avid Bakers und ihrem monatlichen Backprojekt mitzumachen, klickt hier. Neue Mitglieder sind immer willkommen!


Samstag, 21. Dezember 2013

SAFTIGE LEBKUCHEN - ALLE JAHRE WIEDER!


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Früher, in Deutschland, war ich kein grosser Freund von Lebkuchen. Die gehören zu den Weihnachtsgebäcken, die jedes Jahr früher und früher in Geschäften auftauchen, und ich will nicht an winterliche Dunkelheit und Kälte erinnert werden, wenn wir goldene Septembertage geniessen. (Und an das obligate Schneeschippen will ich schon gar nicht denken!)

Wenn "Cooks Illustrated" nicht ein Rezept für "German Spice Cookies" veröffentlicht hätte, wäre ich nicht im Traum darauf gekommen, selbst welche zu backen. Nur die pure Neugier hat mich dazu veranlasst, es zu probieren ("Amis und deutsche Lebkuchen, na, das wird ja was sein!")

Frisch gebacken und unglaublich gut!
Mit ein paar Veränderungen - etwas weniger Zucker und ein bisschen Vollkornweizenmehl - war das Ergebnis wirklich verblüffend!

Verglichen mit den zähen, drögen Nullachtfuffzehn-Keksen aus dem Supermarkt waren diese Lebkuchen zart und saftig.

Man konnte die gerösteten Haselnüsse richtig schmecken und die Gewürze waren auf harmonische Weise würzig, nicht krass und überwältigend.

Meine erste Partie Lebkuchen verschwand so schnell, dass ich noch zwei weitere Ladungen nachbacken musste, damit wir bis Weihnachten über die Runden kamen!

Dieses Jahr erlebte ich eine regelrechte Lebkuchen- und Mohnstollen-Schwemme, denn ich hatte mehrere Kunden-Vorbestellungen für beide Spezialitäten. Und für uns wollte ich natürlich auch welche backen. Aber die Lebkuchen sind so einfach zuzubereiten, dass selbst hundert Plätzchen keine zu hohen Anforderungen an mich stellten.

Ich mag gern Kekse mit etwas Biss, daher mahle ich die Haselnüsse und Mandeln nicht zu fein. Ausserdem finde ich, dass Plätzchen mit gröber gemahlenen Nüssen weniger auseinanderlaufen.

Man kann die Lebkuchen auch noch mit dem Boden in Kuvertüre tauchen - mir scheint das ein bisschen zu viel des Guten. Die Plätzchen sind lecker, so wie sie sind, sie brauchen keine weitere Verfeinerung.

Diese Lebkuchen brauchen keine weitere Verfeinerung!

 LEBKUCHEN (adaptiert von "Cook's Illustrated")
(48 - 50 Stück)

175 g ganze Haselnüsse
145 g ganze Mandeln
150 g Zucker
3 g/1.5 TL gemahlener Zimt
1/2 TL gemahlener Kardamom
1/2 TL geriebene Muskatnuss
3 EL abgeriebene  Bio-Orangenschale (2 Orangen)
2 EL abgeriebene Bio-Zitrone (2 Zitronen)
175 g Weizenmehl Typ 405
38 g Vollkornweizenmehl
10 g/2 EL Kakaopulver
1/4 TL Salz
85 g weiche Butter
150 g brauner Zucker (hell)
4 Eier (Kl. M)
1 TL Vanilleextrakt

Haselnüsse und Mandeln (getrennt) ohne Fett anrösten. Abkühlen lassen. Haselnusshäute abreiben (es kann ruhig etwas dran bleiben).

Ofen auf 175ºC vorheizen. 3 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Nüsse, weissen Zucker und Gewürze zusammen im Food Processor nicht zu fein mahlen. Orangen- und Zitronenschale dazugeben und kurz untermischen.

Eier nacheinander unterrühren

Mehle, Kakao und Salz in einer kleinen Schüssel mit dem Schneebesen verrühren. Mit dem Standmixer (Paddel) oder Handrührgerät Butter und braunen Zucker auf mittlerer Stufe hell und schaumig rühren. Eier nacheinander dazugeben, zuletzt den Vanilleextrakt untermischen.

Nussmischung nur kurz untermischen

Auf niedrige Stufe herunterschalten und die Mehlmischung langsam unterrühren, bis sich alles gerade eben miteinander verbunden hat (nicht zu lange rühren!) Gemahlene Nussmischung kurz untermischen.

Teig mit einem kleinen Trüffel-Portionierer (oder 2 Teelöffeln) auf die Backbleche setzen (in 4 cm Abständen), 20 Stück passen auf ein Blech.

Ein kleiner Trüffel-Portionierer leistet gute Arbeit

Plätzchen 7 Minuten lang backen, Bleche umdrehen (auch von oben nach unten tauschen, wenn auf 2 Ebenen gebacken wird) und weitere 6 - 7 Minuten lang backen, bis die Ränder fest sind, aber die Mitte noch weich und elastisch, mit kleinen Löchern und Rissen, in denen der Teig noch roh aussieht (das ist wichtig, sonst werden die Lebkuchen zäh!)

Die Lebkuchen sollen in den Löchern und Rissen noch roh aussehen!

Plätzchen 10 Minuten auf dem Blech abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter setzen und ganz auskühlen lassen.

In einer Blechdose kühl aufbewahrt, halten sich Lebkuchen mindestens 2 Wochen.




Mit "Weihnachten in Stenkelfeld" kann man sich beim Plätzchenbacken so richtig auf die Feiertage einstimmen! (Vorsicht: schwere Lachanfälle können zu Bauchschmerzen führen!)

Sonntag, 30. Dezember 2012

AUSGERUHT - DIE BESTEN CHOCOLATE CHIP COOKIES



Meine bezaubernde Stieftochter Cat schickte mir einen Artikel aus der "New York Times",  die sich vor einigen Jahren auf die Suche nach den besten Chocolate Chip Cookies machte.

Die Geburtsstunde der Cookies schlug, als Ruth Wakefield aus Massachussetts, Wirtin des "Toll House Inn", Anno 1930 eine Tafel Schokolade fallen liess. Als gute Hausfrau, die nichts umkommen lassen will, sammelte sie die Schoko-Splitter hastig auf, schnitt sie in mundgerechte Stückchen, und warf sie in den Keksteig, den sie gerade anrührte.

Seither wurden ihre "Toll House Chocolate Crunch Cookies" unzählige Male kopiert und variiert, oft aber auch schlichtweg durch schlechte (oder absonderliche) Zutaten verhunzt.

Chocolate Chip Cookies gibt es hier in den USA in jeder Bäckerei, jedem Café und jedem Supermarkt, und sie befinden sich mittlerweile auch auf einem unaufhaltsamen Siegeszug rund um die Welt.

Die "Times" interviewte etliche Promi-Bäcker, und schliesslich wurde ein Rezept von Meister Jacques Torres mit Hilfe der renommierten Kochbuchautorin Dorrie Greenspan für den Hausgebrauch adaptiert.

Torres verwendet auch noch spezielle, extra grosse Bitterschokoladenscheiben, die gleichmässiger schmelzen als Schokoladenplätzchen oder -stückchen. So soll sich der Kunde bei jedem Biss gleich viel Schokolade und Keks auf der Zunge zergehen lassen.

Zum Glück tut es Edel-Bitterschokolade guter Qualität aber für Normalverbraucher auch.

Jeder Bissen ein Genuss

Der wichtigste Unterschied zwischen schnöden Allerwelts-Schokokeksen und den Edel-Cookies ist aber ein ganz einfacher Zubereitungstrick: der Teig wird nämlich 24-72 Stunden in den Kühlschrank gestellt, bevor die Cookies in den Ofen wandern.

Diese lange Einweichzeit ist deswegen wichtig, weil nur so das Mehl eine Chance hat, die glibberige Eierflüssigkeit voll zu absorbieren. Slow Food triumphiert über Fast Food, die 24-Stunden Cookies sind schon ziemlich gut, aber ihre ausgeruhteren Genossen sind noch zarter und schmecken besser!

Amerikanische Bäcker schwören auf reichlich Salz in ihren Kuchen, Pies oder Keksen, ganze Teelöffel voll (oder mehr) sind keine Seltenheit. Für Bäcker aus Österreich, Frankreich oder Deutschland, die ja nun nicht gerade für schlechte Backwaren bekannt sind, erscheint das recht absonderlich - und mir als Ärztin auch gesundheitlich bedenklich.

Daher reduziere ich, bis auf wenige Ausnahmen, die Salzmenge in amerikanischen Kuchenrezepten. Genauso verfahre ich mit dem Zucker, ich bin kein Fan von allzu süssem Gebäck.

Im Originalrezept der "Times" findet sich eine Mischung aus Bread Flour und Cake Flour. Auf den ersten Blick erscheint dies ungewöhnlich, ein Mehl mit hohem Proteingehalt wird mit einem proteinarmen Kuchenmehl kombiniert.

Für deutsche Bäcker ist dieser Umweg aber nicht nötig. Unser Normalo-Mehltyp 405 entspricht mit seinen 8 - 9% Protein nämlich in etwa dieser Mischung, während amerikanisches Allzweckmehl (All-Purpose Flour) mit seinem höheren Klebergehalt eher unserem Typ 550 entspricht. (Mehr über Mehltypen-"Übersetzung" findet ihr hier).

Und wenn ihr die passende Begleitmusik fürs Cookie-Backen braucht, lauscht einfach den Wise Guys:


BEST CHOCOLATE CHIP COOKIES  (adaptiert von Jacques Torres Rezept in der "NewYork Times")

482 g Weizenmehl Typ 405
7 g/1.25 TL Backnatron
7 g/1.5 TL Backpulver
1/4 TL Salz  
280 g Butter
170 g brauner Zucker, hell   
135 g weisser Zucker   
      2 Eier Kl. M
2 TL Vanilleextrakt (Ersatzmöglichkeiten siehe hier)
460 g Edelbitterschokolade (mindestens 60% Kakao), entweder in Plätzchen (z.B. Valrhona Fèves)  oder gehackt
Salzflocken zum Bestreuen, falls gewünscht

1. TAG
Mehl, Backnatron, Backpulver und Salz in eine Schüsssel sieben.

Butter und Zucker mit Handrührgerät oder Mixer rühren, bis die Masse hellgelb und sehr cremig ist, ca. 5 Minuten.

Eier nacheinander unterrühren, dann Vanilleextrakt untermischen. Geschwindigkeit herunterschalten und Mehlmischung in zwei Portionen dazugeben, dabei nur so lange rühren, bis sich alles gerade eben miteinanderverbunden hat (nicht zu lange rühren!)

Schokoladenstückchen unter die Masse heben. Plastikfolie auf den Teig drücken und die Schüssel mindestens 24 Stunden bis 3 Tage in den Kühlschrank stellen. (Die Menge reicht für mehrere Bleche und kann in Etappen gebacken werden).

Gut verpackt, wandert der Teig jetzt erstmal in den Kühlschrank

2. ODER 3. TAG

Ofen auf 175ºC vorheizen. Backbleche mit Backpapier belegen.

Für Riesen-Cookies: Teig zu etwa 80 - 100 g schweren Kugeln formen (mit Eisportionierer oder Hand) und jeweils 6 auf ein Backblech legen (hochstehende Schokoladenstückchen flachdrücken, das sieht hübscher aus.)

Mittelgrosse Cookies auf dem Blech, mit ein paar Salzflocken bestreut

Für kleinere Cookies: Teig mit Trüffelportionierer zu kleinen Kugeln abstechen, mit 2-cm Abstand auf Backbleche legen.

Kekse, falls gewünscht, leicht mit Meersalz bestreuen (dazu die Kugeln ganz leicht flachdrücken, sonst fällt das Salz leicht wieder herunter).

In der Ofenmitte backen, bis die Cookies goldbraun, aber bei leichtem Druck mit dem Finger noch weich sind (18 - 23 Minuten).  Auf dem Blech 10 Minuten auf einem Kuchengitter abkühlen lassen, dann Kekse herunterheben und auf dem Gitter weiterkühlen lassen.


Ich habe die Kekse in 2 Portionen gebacken, die eine Hälfte als Riesen-Cookies (à 80 g) nach 1 Tag Ruhezeit, die zweite Hälfte als mittlere (60 g) und kleine Kekse (ca. 40 g) nach 72 Stunden. Wir fanden die 72-Stunden-Cookies besser, und - da wir Knusperfreunde sind - die kleineren Kekse leckerer als die grossen.

TIPP: Die Cookies sind besonders gut, wenn sie warm gegessen werden. Ein paar Sekunden in der Mikrowelle frischen nicht nur ein paar Tage alte Kekse wieder auf, sondern lassen die Chocolate Chips auch ein bisschen schmelzen - sehr zu empfehlen!

Donnerstag, 26. April 2012

SELBSTGEMACHTE LÖFFELBISKUITS

Damit der Schwäbische Apfelkuchen noch feiner schmeckt - wie wäre es mit selbstgemachten Löffelbiskuits (anstatt die altbackenen aus der seit Ewigkeiten offenen Packung aufzubrauchen)?


LÖFFELBISKUITS (ca. 28 Stück)

136 g Weizenmehl Typ 405 
       6 Eigelbe
       6 Eiweisse (geteilt)
50 g + 67 g Zucker (geteilt)
 1 TL Vanille-Extrakt (oder 2 TL Vanillezucker)
1/4 TL Weinsteinbackpulver
   60 g Puderzucker

1. Ofen auf 160ºC vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier auslegen (mit etwas Fett fixieren).

2. Mit Lineal Abstände für 13-cm lange Löffelbiskuits markieren.

3. Mehl in eine mittelgrosse Schüssel sieben.

4. Mit dem Handrührgerät in einer grossen Schüssel Eigelbe, 50 g Zucker und Vanille auf hoher Stufe 2 - 3 Minuten lang mixen, bis die Mischung dicklich und blassgelb aussieht. Mehl noch einmal über die Eiermasse sieben. (Nicht unterrühren!)

5. In einer weiteren Schüssel Eiweisse und Weinsteinbackpulver auf mittlerer Stufe halbsteif schlagen. Auf hohe Geschwindigkeit schalten, langsam 67 g Zucker dazugeben und steif schlagen.

6. Mit Spatel 1/3 der Eiweissmasse vorsichtig unter die Eigelbmischung heben, bis fast keine Streifen mehr zu sehen sind. Dann restliches Eiweiss in zwei Teilen sanft unterheben, bis wenige Streifen übrig sind.

7. Teig in einen grossen Spritzbeutel mit 16 mm Rundtülle füllen. (Das geht am einfachsten, wenn man den Beutel in eine Vase stellt). Teig aufs Backpapier spritzen, jeder Biskuit soll 2.5 cm breit und 13 cm lang sein.

8. Hälfte des Puderzuckers über Löffelbiskuits sieben, 5 Minuten warten, bis der Zucker zu schmelzen beginnt, dann restlichen Zucker darübersieben.

9. Biskuits 6 Minuten lang backen, Bleche austauschen und um 180º drehen, und weitere 6 Minuten backen. Backpapier auf ein Kuchengitter gleiten, und Löffelbiskuits abkühlen lassen.

Löffelbiskuits sollten gleich gegessen, oder maximal 1 Tag in einer Blechdose aufbewahrt werden.

Originalrezept (aus "The Joy of Baking"), veröffentlicht in der Star Tribune: http://www.startribune.com/lifestyle/taste/recipes/147968255.html

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