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Samstag, 21. Dezember 2013

SAFTIGE LEBKUCHEN - ALLE JAHRE WIEDER!


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Früher, in Deutschland, war ich kein grosser Freund von Lebkuchen. Die gehören zu den Weihnachtsgebäcken, die jedes Jahr früher und früher in Geschäften auftauchen, und ich will nicht an winterliche Dunkelheit und Kälte erinnert werden, wenn wir goldene Septembertage geniessen. (Und an das obligate Schneeschippen will ich schon gar nicht denken!)

Wenn "Cooks Illustrated" nicht ein Rezept für "German Spice Cookies" veröffentlicht hätte, wäre ich nicht im Traum darauf gekommen, selbst welche zu backen. Nur die pure Neugier hat mich dazu veranlasst, es zu probieren ("Amis und deutsche Lebkuchen, na, das wird ja was sein!")

Frisch gebacken und unglaublich gut!
Mit ein paar Veränderungen - etwas weniger Zucker und ein bisschen Vollkornweizenmehl - war das Ergebnis wirklich verblüffend!

Verglichen mit den zähen, drögen Nullachtfuffzehn-Keksen aus dem Supermarkt waren diese Lebkuchen zart und saftig.

Man konnte die gerösteten Haselnüsse richtig schmecken und die Gewürze waren auf harmonische Weise würzig, nicht krass und überwältigend.

Meine erste Partie Lebkuchen verschwand so schnell, dass ich noch zwei weitere Ladungen nachbacken musste, damit wir bis Weihnachten über die Runden kamen!

Dieses Jahr erlebte ich eine regelrechte Lebkuchen- und Mohnstollen-Schwemme, denn ich hatte mehrere Kunden-Vorbestellungen für beide Spezialitäten. Und für uns wollte ich natürlich auch welche backen. Aber die Lebkuchen sind so einfach zuzubereiten, dass selbst hundert Plätzchen keine zu hohen Anforderungen an mich stellten.

Ich mag gern Kekse mit etwas Biss, daher mahle ich die Haselnüsse und Mandeln nicht zu fein. Ausserdem finde ich, dass Plätzchen mit gröber gemahlenen Nüssen weniger auseinanderlaufen.

Man kann die Lebkuchen auch noch mit dem Boden in Kuvertüre tauchen - mir scheint das ein bisschen zu viel des Guten. Die Plätzchen sind lecker, so wie sie sind, sie brauchen keine weitere Verfeinerung.

Diese Lebkuchen brauchen keine weitere Verfeinerung!

 LEBKUCHEN (adaptiert von "Cook's Illustrated")
(48 - 50 Stück)

175 g ganze Haselnüsse
145 g ganze Mandeln
150 g Zucker
3 g/1.5 TL gemahlener Zimt
1/2 TL gemahlener Kardamom
1/2 TL geriebene Muskatnuss
3 EL abgeriebene  Bio-Orangenschale (2 Orangen)
2 EL abgeriebene Bio-Zitrone (2 Zitronen)
175 g Weizenmehl Typ 405
38 g Vollkornweizenmehl
10 g/2 EL Kakaopulver
1/4 TL Salz
85 g weiche Butter
150 g brauner Zucker (hell)
4 Eier (Kl. M)
1 TL Vanilleextrakt

Haselnüsse und Mandeln (getrennt) ohne Fett anrösten. Abkühlen lassen. Haselnusshäute abreiben (es kann ruhig etwas dran bleiben).

Ofen auf 175ºC vorheizen. 3 Backbleche mit Backpapier auslegen.

Nüsse, weissen Zucker und Gewürze zusammen im Food Processor nicht zu fein mahlen. Orangen- und Zitronenschale dazugeben und kurz untermischen.

Eier nacheinander unterrühren

Mehle, Kakao und Salz in einer kleinen Schüssel mit dem Schneebesen verrühren. Mit dem Standmixer (Paddel) oder Handrührgerät Butter und braunen Zucker auf mittlerer Stufe hell und schaumig rühren. Eier nacheinander dazugeben, zuletzt den Vanilleextrakt untermischen.

Nussmischung nur kurz untermischen

Auf niedrige Stufe herunterschalten und die Mehlmischung langsam unterrühren, bis sich alles gerade eben miteinander verbunden hat (nicht zu lange rühren!) Gemahlene Nussmischung kurz untermischen.

Teig mit einem kleinen Trüffel-Portionierer (oder 2 Teelöffeln) auf die Backbleche setzen (in 4 cm Abständen), 20 Stück passen auf ein Blech.

Ein kleiner Trüffel-Portionierer leistet gute Arbeit

Plätzchen 7 Minuten lang backen, Bleche umdrehen (auch von oben nach unten tauschen, wenn auf 2 Ebenen gebacken wird) und weitere 6 - 7 Minuten lang backen, bis die Ränder fest sind, aber die Mitte noch weich und elastisch, mit kleinen Löchern und Rissen, in denen der Teig noch roh aussieht (das ist wichtig, sonst werden die Lebkuchen zäh!)

Die Lebkuchen sollen in den Löchern und Rissen noch roh aussehen!

Plätzchen 10 Minuten auf dem Blech abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter setzen und ganz auskühlen lassen.

In einer Blechdose kühl aufbewahrt, halten sich Lebkuchen mindestens 2 Wochen.




Mit "Weihnachten in Stenkelfeld" kann man sich beim Plätzchenbacken so richtig auf die Feiertage einstimmen! (Vorsicht: schwere Lachanfälle können zu Bauchschmerzen führen!)

Montag, 2. Dezember 2013

MOHNSTOLLEN - ES GEHT AUCH OHNE "MOHNBACK"

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Seit unsere Kinder alle aus dem Haus sind, stellt sich bei mir erst spät Weihnachtsstimmung ein. Keine Kerzen im Adventskranz warten aufs Anzünden, kein Adventskalenderfenster aufs Öffnen.

Ich beschränke meine Stollenbäckerei daher meist auf Mohnstollen. Bevor ich nach Maine gezogen bin, hab ich nie welchen selbst gebacken. Ich bekam ihn immer von meiner Mutter, die unsere ganze Familie damit versorgte.

Ich liebe geröstete Haselnüsse!
Es war nicht leicht, das perfekte  Mohnstollenrezept zu finden - es gibt  so viele davon. Schliesslich entschied ich mich für einen, dessen Zutaten mir am besten gefielen - es enthielt Haselnüsse!

Ich wollte den Teig langsam über Nacht im Kühlschrank aufgehen lassen, den Zucker reduzieren, etwas weisses Mehl durch Vollkornweizen ersetzen und die Rosinen mit säuerlichen Cranberries mischen.

So weit, so gut! Aber was war mit dem wichtigsten Bestandteil des Stollens: der Mohnfüllung?

Eine Fertigfüllung wie "Mohnback", zu der ich in Deutschland sicher gegriffen hätte, ist in den USA nicht erhältlich (es sei denn, für teures Geld beim Spezialversand).

Zum Glück fand ich ein Rezept für selbstgemachtes Mohnback, mit Marzipan, Weizengriess, Milch und Eiern.

Gemahlener Mohn
Unsere Cuisinart-Kaffeemühle, die wir eigentlich schon wegschmeissen wollten - sie mahlt Kaffeebohnen nämlich ganz miserabel - erhielt nun ihre zweite Chance.

Und siehe da, sie mahlte den Mohn, als ob sie eigens dafür geschaffen wäre. 

Der Mohnstollen schmeckte so gut, dass ich ihn mittlerweile auch verkaufe - und ich werde meiner Mutter nicht erzählen, dass mein Stollen besser ist als ihrer!

  
MOHNSTOLLEN  (adaptiert von "Essen & Trinken")
(1 - 2 Stollen)

VORTEIG (POOLISH)
125 ml Milch, lauwarm
125 g Weizenmehl Typ 550
  17 g Trockenhefe)

MOHNFÜLLUNG
148 g Milch
  10 g Weizengriess
143 g gemahlener Mohn (klappt gut in einer Kaffeemühle)
  26 g Honig
    1 Prise Salz
    1 Eigelb
 57 g Rosinen, grob gehackt
 11 g Mandelblättchen
100 g Marzipanmasse, grob geraspelt

RUMFRÜCHTE
 50 g Rosinen
 50 g getrocknete Cranberries (leicht gesüsst)
 50 g Orangeat
 50 g Zitronat
 50 g Rum (ersatzweise Orangensaft)

HAUPTTEIG
aller Vorteig
50 g Vollkornweizenmehl
275 g Weizenmehl Typ 550
    1 Prise Salz
  20 g Honig
  10 g Milch
   1 TL Vanilleextrakt
200 g weiche Butter
100 g Marzipanmasse, grob geraspelt
  50 g Haselnüsse, geröstet und gehackt
 50 g Butter, geschmolzen, zum Bestreichen
 50 g Puderzucker, zum Bestreuen

Eingeweichte Früchte

1. TAG
Rumfrüchte:
Früchte im Food Processor (oder mit grossem Messer) auf gewünschte Grösse zerhacken. In kleine Schüssel geben und mit Rum (oder Saft) gut vermischen.

Vorteig (Poolish):
Mehl, Hefe und lauwarme Milch gut verrühren. Bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis der Poolish kleine Bläschen wirft und so weit angeschwollen ist, dass er schon beinahe wieder zusammenfällt.

Der Vorteig wirft Bläschen und ist kurz vorm Einfallen - gerade richtig!

Mohnfüllung :
Milch in kleinem Topf aufkochen lasen. Vom Herd nehmen und den Griess hineinrühren. Mit Mohn, Honig, Salz, Eigelb, Rosinen und Mandelblättchen gut vermischen.

Geriebenes Marzipan unterrühren. Zugedeckt bis zum Gebrauch in den Kühlschrank stellen.

Geriebenes Marzipan unterrühren - fertig ist die Mohnfüllung

Hauptteig:
Vorteig, Mehle, Salz, Honig, Milch, Vanilleextrakt, Butter und Marzipan auf niedriger Stufe mit dem Standmixer (oder mit der Hand) vermischen.

Haselnüsse und Rumfrüchte dazugeben, und weiterkneten (bei KitchenAid mit Paddel), bis sich alles miteinander verbunden hat. Auf mittel-niedriger Stufe (oder mit der Hand) 4 Minuten lang weiterkneten.

Teig 5 Minuten lang ruhen lassen, dann nochmal 1 Minute kneten. In einen eingefetteten Behälter legen, und gut abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Stollenteig mit Früchten und Nüssen

2. TAG
Teig mindestens 2 Stunden vor Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen.

Teig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche zu einem 45 x 30 cm grossen Rechteck ausrollen. (Für einzelne kleine Stollen Teig halbieren und getrennt ausrollen).

Mohnfüllung gleichmässig auf dem Teig streichen

Mohnfüllung gleichmässig über dem Teig verteilen, dabei die Enden freilassen (1 cm). Schmalseiten umfalten, dann Stollen von der Längsseite her lose aufrollen. Mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.

Erst die kurzen Seiten umfalten, dann von der langen Seite her ausrollen

Zugedeckt bei Zimmertemperatur 60 - 120 Minuten, oder so lange gehen lassen, bis der Stollen ca. um das 1 1/2-fache aufgegangen ist, und eine eingedrückte Delle sichtbar bleibt.(Wenn der Stollen nicht lange genug reift, reisst er beim Backen leicht auf).

(Kleiner) geformter Stollen: mit Früchten und Nüssen gesprenkelt

Backofen auf 175ºC vorheizen.

Grossen Stollen in Ofenmitte 60-70 Minuten (kleinere Stollen etwa 45-50 Minuten) lang backen, nach der Hälfte der Backzeit um 180 Grad drehen, damit er gleichmässig gebräunt wird. Die Innentemperatur sollte mindestens 90ºC betragen.

Frisch aus dem Ofen: zwei längere Stollen

Sofort mit geschmolzener Butter einstreichen und dick mit Puderzucker bestreuen. Diese Prozedur noch einmal wiederholen. Die Zuckerschicht verhindert nicht nur ein Austrocknen - sie verdeckt auch viele Sünden wie Risse oder Löcher in der Kruste!

Stollen auf einem Kuchengitter völlig auskühlen lassen. Ich schneide ihn üblicherweise in 2 Teile. Anschliessend in Alufolie wickeln.

Noch heiss mit Butter bestreichen und mit Puderzucker bestreuen

Stollen kühl aufbewahren. Er braucht 1 - 2 Tage, um sein volles Aroma zu entwickeln, und hält sich etwa 1 - 2 Wochen.

Zwei, die sich über den Schnee freien - und nicht ihn schippen müssen!
Dezember 2016: meine Familie hat einige Änderungen vorgeschlagen, die ich jetzt umgesetzt habe: weniger Vollkornmehl, und etwas Honig und Milch in den Hauptteig: dann ist der Mohnstollen noch saftiger - und leckerer!

Eingereicht bei Yeast Spotting und bei

Panissimo:  Bread & Companatico                                       
                    Indovina chi viene a cena  
                                           







 

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