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Sonntag, 26. Januar 2014

KOKOSNUSS-REISPUDDING MIT MANGO (-SEELE)

Wer nicht weiss, dass Mango eine Seele hat - sie heisst Melanie und bloggt über (vegetarisches) Essen und Reisen.

Zur Feier ihres 1-jährigen Blog-Jubiläums hat "Mangoseele" zu einem Blog-Event mit dem Thema (wie sollte es anders sein) "Mangorezepte" eingeladen.

Obwohl mein Blog normalerweise eher meiner Backleidenschaft frönt, lautet mein Motto nicht von ungefähr "Life is uncertain, eat the dessert first!"

Zu einem leckeren Nachtisch kann ich selten "nein" sagen, daher machte ich mich auf die Suche nach einem interessanten Dessert mit Mango.

Das erwies sich als schwieriger, als ich mir vorgestellt hatte. Es gab zwar etliche, schlanke Mango-Sorbets, und auch den einen oder anderen fruchtigen Salat mit Mango. Aber ein richtiges, üppiges Dessert? Fehlanzeige!

Bei "Fine Cooking" wurde ich schliesslich dann aber doch fündig, mit einem "Coconut Rice Pudding with Mango" von Abigail Dodge, der Autorin des grossartigen Backbuchs "The Weekend Baker" (Inspirationsquelle unserer ABC-Backprojekte von 2012).


Beim Zubereiten des Reispuddings stiess ich auf ein paar Schwierigkeiten. Das grösste Problem war der Star des Desserts, die Mango. Wenn man nicht gerade in den Tropen lebt, sondern in nördlichen Regionen, kommt man leider selten in den Genuss einer wirklich reifen Mango. 

Da half es auch nichts, jede der Mangos im Supermarktkorb ausgiebig zu befühlen und beschnüffeln, oder die halbreife Frucht mit einem Apfel zusammen (zur forcierten Reifung) in eine Tüte zu stecken. Die Mango war und blieb nicht richtig reif, und rächte sich für das Zusammensperren mit ein paar unansehnlichen Druckstellen.

Das Zusammensperren mit dem Apfel quittierte die Mango mit Verfärbungen!
Um den etwas "unterwältigenden" Mangogeschmack auszugleichen, suchte ich nach anderen Möglichkeiten, den Pudding geschmacklich aufzupeppen.

Das Originalrezept enthält noch 1/2 TL Kokosextrakt, den hatte ich nicht, und hielt ihn auch nicht für unbedingt nötig: die Kokosmilch liefert ja genügend Kokosaroma.

Ein bisschen Alkohol kann (in Desserts) nie schaden, deswegen fügte ich etwas Rum hinzu, und würzte den Pudding noch zusätzlich mit Limettenschale.

Den reichlichen Zucker des Originalrezepts habe ich etwas reduziert, ich fand 3 Esslöffel süss genug, mein Mann meinte allerdings, etwas mehr könne nicht schaden. 

Anstatt den Reispudding lediglich mit der Mango zu dekorieren (dazu war sie eh nicht ansehnlich genug), fand ich eine Schichtung interessanter, die in Richards hübschen, geerbten venezianischen Gläsern auch gut zur Geltung kam.

Das Resultat war ein sehr leckerer Reispudding, der leider nur dezent nach Mango schmeckte. Da ich nicht auf den Klimawechsel warten will, damit sich die Mango-Situation bei uns verbessert, werde ich, wenn ich keine wirklich reifen Früchte finde, den Pudding alternativ mit Sauerkirschen oder Ananas zubereiten.

Preisgekrönt!

KOKOSNUSS-REISPUDDING MIT MANGO  ( nach Abigail Dodge, "Fine Cooking")
(4 Portionen)

480 ml Vollmilch
1 Dose Kokosmilch (ca. 396 g)
100 g Milchreis, ungekocht
1 Prise Salz
2 Eigelb
3-4 EL Zucker
2 TL Rum
1/2 TL Vanilleextrakt
abgeriebene Schale 1 Limette
1 reife (!) Mango
4 EL Kokosflocken, angeröstet (in trockener Pfanne)

Die wesentlichen Reispudding-Zutaten

Milch, Kokosmilch, Reis und Salz in einem mittelgrossen Topf bei grosser Hitze unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Herunterschalten, und zugedeckt bei geringer Hitze 15 Minuten leise (!) köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren.

Gegen Ende der Kochzeit ständig rühren, sonst brennt der Reis an!

Deckel abnehmen, Temperatur ein bisschen erhöhen, und unter häufigem Rühren weiter köcheln lassen, bis der Reis gar, und die Mischung auf 840 ml reduziert ist, ca. 8 Minuten. (Dabei zum Ende hin ständig rühren, damit nichts anbrennt!)

Eigelb mit Zucker, Vanille und Rum verrühren

In mittelgrosser Schüssel Eigelb, Zucker, Vanille und Rum gut verrühren. Langsam die gekochte Reismischung unter ständigem Rühren dazugeben. Pudding wieder in den Topf zurückfüllen.

Bei mittlerer Hitze erwärmen, dabei ständig mit einem Holzlöffel rühren und Topfboden und - seiten abkratzen, bis die Mischung sich verdickt und den Löffelrücken überzieht (ca. 1 Minute).

Plastkfolie direkt auf die Puddingoberfläche legen

Pudding in eine Schüssel umfüllen und ein Stück Plastikfolie direkt auf die Puddingoberfläche legen, damit er keine Haut bekommt. Kalt stellen.

Mango schälen, Fruchtfleisch abschneiden, und mehrere dünne Scheiben (etwa 4-5 pro Portion) als Dekoration beiseite legen. Restliches Fruchtfleisch hacken.

Zum Servieren die Hälfte des Reispuddings auf 4 Dessertschalen oder -gläser verteilen. Darüber die gehackte Mango geben, und mit dem restlichen Reispudding bedecken. Mit einem Fächer aus Mangoscheiben dekorieren und gerösteten Kokosflocken bestreuen (1 EL pro Portion).

3. Preis im Wettbewerb "Recipes4Two"

Inzwischen habe ich zu meiner Freude erfahren, dass mein Mango-Dessert den 3. Platz im Heimgourmet-Wettbewerb "Recipes4Two" gewonnen hat. Nun werden meine Food-Fotos sicher bald äusserst professionell aussehen ;)


Samstag, 9. Juni 2012

ROTE GRÜTZE - DAS SOMMERDESSERT

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Heisse Sommertage und reifende Beeren sind ein sicheres Zeichen, dass Rote Grütze an meinem kulinarischen Horizont auftaucht.

Dieses fruchtiges, erfrischend säuerliches Dessert besteht aus mindestens zwei verschiedenen Sorten (besser mehr!) roter Beeren. Einige Beeren sollten sauer sein, wie Himbeeren, Sauerkirschen, oder Johannisbeeren. Die anderen können Erdbeeren, Süsskirschen, Blaubeeren- oder Brombeeren sein - diese letzten beiden sind rote Beeren ehrenhalber.

Rote Grütze ist ein traditioneller Nachtisch aus Norddeutschland und Dänemark (wo sie "Røde Grøde" heisst). Im Sommer findet man sie auf den Speisekarten vieler Restaurants, und jeder Hausfrau in Hamburg oder Esbjerg wird sie ihren Lieben servieren, umgeben von geschlagener oder flüssiger Sahne, Vanillesauce oder Vanilleeis.

Ursprünglich eine rein nordische Spezialität, ist Rote Grütze in den letzten Jahren so populär geworden, dass sie sich langsam immer weiter nach Süden ausbreitet - sogar Bayern scheinen diesen "preussischen" Eindringling nicht zu verschmähen.

Leider kann ich hier in Maine keine Johannisbeeren kaufen - die Sträucher dürfen nicht angepflanzt werden, weil sie einen Weissfichten-Schädling beherbergen können. Und Sauerkirschen finde ich auch nur selten (bei Trader Joe in Portland).

Daher nehme ich gern eine TK-Beerenmischung, und füge frische Erdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren dazu, je nach dem, was unser Supermarkt zu bieten hat.

Meine Version ist so einfach zuzubereiten, wie sie gut schmeckt. Wenn wir eine Sommerparty haben, ist sie für unsere Gäste immer ein Hit - und wird bis auf den letzten Rest aufgegessen!


ROTE GRÜTZE

Zutaten:
1 P. Vanillepudding-Pulver*)
3 EL kaltes Wasser
500 g gemischte Beeren, wie Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Brombeeren, Blaubeeren) frisch und/oder tiefgefroren (1/4 Tasse für später aufheben)
3-4 EL Zucker (je nach Säure der Beeren)
2-3 EL Creme de Cassis (schwarzer Johannisbeerlikör), oder anderer Fruchtlikör (falls erwünscht)

*)Einige Puddingpulver sind ungesüsst, und manche müssen in heissem Wasser aufgelöst werden. Daher immer der Packungsanweisung folgen, und das Rezept entsprechend abändern. 

Zubereitung:
Puddingpulver mit Wasser in einer kleinen Schüssel glattrühren.

Gefrorene Beeren in einem Topf mit Zucker vermischen und bei schwacher Hitze auftauen lassen. Frische Beeren dazugeben und untermischen.

Angerührtes Puddingpulver langsam unter ständigem Rühren dazugeben. Aufkochen lassen, dabei häufig umrühren. Hitze herunterschalten und Beerenmischung und unter häufigem Umrühren köcheln lassen, bis die Masse anfängt, dick zu werden.

Vom Herd nehmen, die restliche 1/4 Tasse frischen Beeren und den Likör (falls gewünscht) untermischen. In eine Glasschüssel füllen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, dann im Kühlschrank ganz erkalten lassen.

Mit Sahne, Vanillesauce oder Vanilleeis servieren.

Tipp:
Wer ungern auf kleine Kerne oder Samen beissen mag, kann die Beerenmasse pürieren und durch ein Sieb streichen, bevor er das Puddingpulver dazugibt.

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