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Sonntag, 20. August 2017

SOLAR ECLIPSE BREAD - DAS BROT ZUR SONNENFINSTERNIS

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Anfang August hatte jemand im Fresh Loaf Hobbybäckerforum die Idee, anlässlich der bevorstehenden totalen Sonnenfinsternis in den USA ein besonderes Brot zu kreieren. Gepackt vom astronomischem Ehrgeiz, fing ich an, über eine Umsetzung nachzudenken.

Einfach ein neues Brot? Wo blieb da der Bezug zur Sonnenfinsternis?

Ein zweifarbiger Teig? Vom Geschmack eines marmorierten Brot mit hellem und dunklen Roggenmehl, das ich einmal gebacken hatte, war ich nicht besonders begeistert gewesen.

Tintenfischtinte zum Schwarzfärben? Nicht mein Fall!

Blieb nur noch eine zweifarbige Dekoration. Schwarze und weisse Sesamsaat habe ich immer vorrätig. Nun musste nur noch ein passendes Rezept her. Es durfte kein Laib sein, dessen hohes Aufgehen unschöne Risse im aufgestreuten Muster verursachen würde

Also eher ein flaches Brot, das in die Breite geht.

In Dietmar Kappl's Fladenbrot fand ich ein gutes Ausgangsrezept, das ich entsprechend meinen Vorstellungen änderte: kein Poolish, sondern lange Teigführung über Nacht im Kühlschrank. Vorteile: Verkürzung der aktiven Teigbearbeitung, weniger Wartezeiten mit Anwesenheitspflicht und weniger Hefe.

Dafür ein bisschen mehr Anstellgut, und etwas Vollkornmehl (ich habe Roggen und Emmer ausprobiert - beides schmeckte sehr gut).

Für die Darstellung der Sonnenfinsternis brauchte ich einen ringförmigen Gegenstand, mit dem ich den Mondumriss in den Teig drücken konnte. Ein grosser Joghurtbecher hatte mit etwa 12 Zentimetern genau den richtigen Durchmesser.

Wir waren so begeistert von meinem knusprig-nussigem Sonnenfinsternisbrot, dass ich es zwei Tage gleich nochmal später für meine Kunden bei A&B Naturals gebacken habe. 

Für meine Kunden gleich nochmal gebacken: Solar Eclipse Bread

SOLAR ECLIPSE BREAD  (adaptiert von Dietmar Kappl)
(3 kleine Brote von ca. 300 g)

Sauerteig
25 g Weizenmehl Typ 550
25 g Emmermehl (oder anderes Vollkornmehl eurer Wahl)
50 g Wasser (je nach herrschender Temperatur lauwarm oder kalt)
10 g Anstellgut (TA 200), am Vortag aufgefrischt und aktiv

Hauptteig
110 g Sauerteig
400 g Weizenmehl Typ 550
50 g Emmermehl (oder anderes Vollkornmehl)
325 g Wasser, lauwarm
15 g Olivenöl
10 g Salz
1.5 g Trockenhefe (oder 4.5 g frische Hefe)

Dekoration
weisse und schwarze Sesamsaat, zum Bestreuen (anstatt schwarzem Sesam kann man auch Mohnsaat nehmen)

Extra Zubehör: Glas oder Plastikbecher mit ca. 11-12 cm Durchmesser (z.B. leerer Milchproduktcontainer) zum Eindrücken des Mondumrisses).

1. TAG
Morgens: Zutaten für den Sauerteig mischen. Zugedeckt ca. 4-6 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis die Oberfläche vereinzelte kleine Bläschen zeigt, und ein Teelöffel Teig im Wasser an die Oberfläche steigt (Schwimmtest).

In der Ankarsrum ist der Teig schnell geknetet

Für den Hauptteig alle Zutaten ca. 1 Minute auf niedriger Stufe mischen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist. 1 Minute auf mittlerer Stufe kneten, 10 Minuten ruhen lassen (Autolyse), dann 3-4 Minuten weiterkneten, bis der Teig sich von der Schüsselwand (oder, bei der Ankarsrum, von der Knetwalze) zurückzieht (er wird weich und klebrig sein).

Teig mit nassem Teigschaber rundherum vom Rand zur Mitte hin falten

Teig in eine leicht eingeölte Schüssel umfüllen. Mit nassen (oder eingeöltem) Teigschaber rundherum vom Rand zur Mitte hin falten (ca. 8x).

10 Minuten ruhen lassen, dann den Faltvorgang 2-3 Mal in 10-minütigen Abständen wiederholen, bis der Teig genügend Elastizität entwickelt hat und dem Falten vermehrten Widerstand entgegensetzt. Er wird immer noch leicht klebrig sein.

Schüssel mit Plastikfolie gut abdecken und Teig über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Nach 2 Mal Falten sieht der Teig schon sehr glatt aus

2. TAG
Ofen auf 250ºC vorheizen (mit Dampfgefäss).

Kalten Teig (er wird immer noch leicht kleben) auf leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, mit etwas Mehl bestäuben und in 3 gleiche Stücke teilen (um die 304 g). Zu runden Laiben formen.

In drei gleiche Teile teilen und zu runden Laiben formen

Teiglinge mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit Backspray einspühen, mit Plastikfolie abdecken (oder anstattdessen Folie einfetten)  und ca. 45 Minuten lang ruhen lassen, bis sie etwas aufgepufft aussehen und eine eingedrückte Delle sichtbar bleibt.

Der "Mondumriss" muss tief in die Teiglinge eingedrückt werden

Zum Eindrücken der Ringform Rand des Glases oder Plastikcontainers leicht einölen. Tief (fast bis zum Boden) in die Teiglinge drücken (dabei werden die Brote breiter und flacher).

Ich habe versucht, verschiedene "Phasen der Sonnenfinsternis" zu gestalten

Teiglinge mit Wasser besprühen. Mit einem Teelöffel vorsichtig schwarzen Sesam (Mondschatten) und weissen Sesam (Sonne) aufstreuen.

Brote auf der mittleren Schiene im Ofen mit Dampf 10 Minuten lang backen. Dampfgefäss entfernen und Temperatur auf 230ºC reduzieren. In weiteren ca. 10 - 13 Minuten goldbraun ausbacken (Innentemperatur mindestens 93ºC).

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. (Die Brote lassen sich auch gut einfrieren: individuell in Plastikfolie eingewickelt in Gefrierbeutel. Bei Zimmertemperatur auftauen lassen, mit Wasser besprühen und bei 190ºC aufbacken.)

Brotgewordene Phasen einer Sonnenfinsternis

BreadStorm Benutzer (auch der kostenlosen Version) können die Formel hier herunterladen.


 Und hier noch die passende Musik zur Total Eclipse:

Samstag, 25. Juni 2016

FRIESISISCHES SCHWARZBROT - OB AUTHENTISCH ODER NICHT!


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Als ich damit anfing, Brot für A&B Naturals zu backen, suchte ich im Internet nach interessanten deutschen Roggenbroten.

Das war noch zu den Zeiten, wo sich Dr. Hollensteiner hauptsächlich um seine Praxis kümmerte, Bäckermeister Kappl nicht daran dachte, seine Rezepte "zu verraten", und Geologe Geißer Mineralien studierte - keine Hefen! (Nur Petra bestückte bereits eifrig ihren Brotkasten).

Ein Roggenbrot, das meine Neugier besonders erweckte, wurde mit einem 2-stufigen Starter (Zwischenteig) hergestellt, der Teig war klebrig und weich wie Brei und wurde einfach in die Kastenform gefüllt - ohne jedes Formen.

Bei The Fresh Loaf löste mein "Frisian Rye" dann eine hitzige Debatte aus - ein holländischer User protestierte, dies sei doch gar kein echtes "Fries Roggebrood": nämlich eine Art Pumpernickel, dunkel, und über viele Stunden gebacken.

Insel Amrum - so schön ist Friesland!

Aber Friesland erstreckt sich entlang der Nordseeküste von Holland über Deutschland bis hinauf nach Dänemark, und es gibt wirklich nicht nur EIN authentisches Friesisches Schwarzbrot!

Eine schnelle Google-Suche zeigt denn auch zahlreiche Rezepte, alle mit unterschiedlichen Anteilen von Roggen, Weizen und Saaten. Das Originalrezept ist unauffindbar, aber der Typ, der es damals gepostet hatte, behauptete, er sei Friese - dann muss es wohl stimmen!

Ob nun wirklich authentisch oder nicht - dieses Friesische Schwarzbrot schmeckt wirklich sehr gut! Im Lauf der Zeit habe ich an dem Rezept herumgebastelt, um eine schön dünne Kruste und saftige Krume zu erzielen.

Weisser Strand und endloser Himmel - Karin an der Nordsee (1963)

Die Nordseeküste mit ihren vielen Inseln, weissen Stränden und Dünen ist auf jeden Fall eine Reise wert - ob auf der holländischen, deutschen oder dänischen Seite. Eine Tagesreise von Hamburg entfernt, war Friesland ein bevorzugtes Urlaubsziel für meine Familie.

In Maine lebe ich auch an der Küste, die stellenweise der Nordsee gleicht - ebenso wie die sprichwörtliche friesische Bräsigkeit der Mentalität der Mainer!

Ein typischer Küstenbewohner - ob in Deutschland oder Maine!

FRIESISCHES SCHWARZBROT

Starter:
100 g Roggenschrot
  26 g Anstellgut (Weizen oder Roggen)
200 g lauwarmes Wasser

Zwischenteig:
 326 g Starter (aller)
100 g Roggenschrot
100 g Vollkornweizenmehl
150 g lauwarmes Wasser

Hauptteig:
 576 g Zwischenteig (aller)
100 g Vollkornweizenmehl
    6 g Salz
  10 g Honig
    8 g Zuckerrübensirup
  25 g Leinsamen
  25 g Sesam
  25 g Sonnenblumenkerne, angeröstet
  50 g lauwames Wasser (nach Bedarf mehr)
Sonnenblumenkerne zum Bestreuen


Gerostete Sonnenblumekerne, Sesam und Leinsamen

1. TAG
Alle Zutaten für den Starter gut miteinander verrühren. Zugedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht reifen lassen.

Der Zwischenteig ist sehr flüssig

2. TAG
Morgens alle Zutaten für den Zwischenteig mit einem grossen Holzlöffel oder dänischen Teigbesen gut vermischen.

Zugedeckt bei Zimmertemperatur 6-8 Stunden reifen lassen, bis der Teig sichtbar aufgegangen und aktiv ist.

Hyperaktiver Teig!

Damit die Leinamen besser aufgeschlossen werden können, weiche ich sie bereits morgens mit dem Wasser für den Hauptteig ein (ganze Leinsamen wirken bei kürzerer Einweichzeit nämlich nur als Ballaststoff und werden nicht verdaut).

Am Abend alle Zutaten für den Hauptteig gut verrühren (Mixer mit Paddel ein paar Minuten auf niedriger Stufe, dänischer Teigbesen oder grosser Holzlöffel). Der Teig wird eine breiartige Konsistenz haben.


So weich und breiig ist der Teig

Teig in eine eingeölte, mittelgrosse (23-cm) Kastenform bis zu 3/4 hoch füllen, mit nassen Händen glattstreichen und mit Sonnenblumenkernen bestreuen. Mit Alufolie abdecken (dient später beim Backen als Deckel) und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Ab in den Kühlschrank!

3. TAG
Teig 2 Stunden vorm Backen zum Aufwärmen aus dem Kühlschrank nehmen. Das Brot wird sein Volumen ein bisschen vergrössert haben - aber nicht viel.

Ofen auf 230ºC vorheizen.

Der Teig ist ein bisschen angeschwollen, aber nicht sehr

Kastenform (mit Foliendeckel) in den Ofen stellen, Temperatur auf 220ºC reduzieren, und Brot 15 Minuten lang backen. Alufolie entfernen, und Brot in weiteren 40 Minuten fertigbacken (evtl. nach 20 Minuten um 180 Grad drehen, wenn es nicht gleichmässig bräunt). Die Innentemperatur soll mindestens 93ºC betragen.

Frisch gebacken - Friesisches Schwarzbrot

Brot aus der Form lösen und noch heiss mit Wasser einsprühen (optional - das macht die Kruste etwas weicher). Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

TIPP:
Wenn ihr eure Brotsäge nicht mit einer zähen Masse verkleben wollt, habt Geduld und wartet mit dem Anschneiden mindestens 12 Stunden - dann hat das Schwarzbrot auch sein volles Aroma entwickelt!

Auch wenn's schwerfällt - wartet mindestens 12 Stunden mit dem Anschneiden!

BreadStorm Benutzer (auch der kostenlosen Version) können die Formel hier herunterladen.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

WORLD BREAD DAY 2014 - PANE SICILIANO

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Zorra's (1 x umrühren bitte, aka kochtopf) alljährlicher World Bread Day ist eine Aktion "um unser täglich Brot zu ehren" und zu zeigen, dass Brotbacken gar nicht so schwer ist, wie man denkt - und ausserdem Spass macht.

World Bread Day 2014 (submit your loaf on October 16, 2014)Mein Beitrag - ich nehme zum ersten Mal daran teil - ist eins meiner Lieblingsbrote: Pane Siciliano (nach Peter Reinhart's The Bread Baker's Apprentice).

Es ist auch eins der wenigen ganz weissen Brote in meinem Repertoire, meine Kunden lieben es, und ich backe jedesmal für uns ein paar Extrabrote mit.

Sesambrote gibt es in vielen Mittelmeerländern, wie das ringförmige türkische Simit - auch ein Lieblingsbrot, oder das zu einem S gerollte Pane Siciliano aus Sizilien.

Wichtiger als die attraktive Form ist aber sein ausserordentlich guter Geschmack, es enthält Hartweizengries und wird mit einem Vorteig und einer langen Stückgare im Kühlschrank hergestellt.

Und was ich ganz besonders mag - der aufgestreute Sesam macht es schön knusprig.

Pane Siciliano ist kein Brot für Eilige - man muss schon ein bisschen vorausplanen, und mit der Pâte fermentée 2 Tage eher anfangen.

Während Reinhart für den Vorteig eine Mehlmischung (all-purpose und bread flour) verwendet, ist das beim (weniger proteinreichen) deutschen Mehl nicht notwendig.

Innen weich und aussen knusprig

BreadStorm-Benutzer (auch der kostenlosen Version) können die Formel hier herunterladen.
PANE SICILIANO  (nach Peter Reinhart's The Bread Baker's Apprentice)
(4 kleine Brote) 

Pâte Fermentée
284 g Weizenmehl Typ 550
5 g Salz
1 g Trockenhefe (oder 3 g Frischhefe)
177 g Wasser

Final Dough
454 g Pâte fermentée (alle)
227 g Hartweizengries
227 g Weizenmehl Typ 550
9 g Salz
3 g Trockenhefe (oder 9 g Frischhefe)
29 g Olivenoil (2 EL)
22 g Honig (1 EL)
235 g Wasser
10 g Sesamsaat, zum Bestreuen

2 TAGE VORHER:
Für die Pâte fermentée alle Zutaten 1 Minute lang auf niedriger Stufe mischen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist, dann 4 Minuten auf mittlerer Stufe kneten (der Teig soll haften, aber nicht kleben, falls nötig, ein bisschen mehr Wasser oder Mehl dazugeben (TT: 25-27ºC).

Pâte fermentée

Teig in eine leicht eingefettete Schüssel legen, einmal darin herumwälzen, und zugedeckt 1 Stunde bei Zimmertemperatur oder so lange ruhen lassen, bis er sich um das 1 1/2-fache vergrössert hat. Leicht entgasen, und über Nacht (oder bis zu 3 Tagen) in den Kühlschrank stellen.

1 TAG VORHER:
Pâte fermentée 2 Stunden vor Gebrauch zum Aufwärmen aus dem Kühlschrank nehmen. Damit sie sich leichter im Teig verteilen lässt, in mehrere kleine Stücke schneiden.

Pâte fermentée in kleine Stücke schneiden

Alle Teigzutaten 1-2 Minuten lang auf niedriger Stufe mischen, bis sich ein Teig formt, dann 6 Minuten lang auf mittlerer Stufe kneten (TT: 25-27ºC).

Wie bei Baguettes soll der Teig glatt und geschmeidig sein, haften, aber nicht kleben. Falls nötig, ein bisschen Wasser dazugeben (Achtung: wenn der Teig zu weich ist, sind die Spiralen verwaschen!)

In rechteckigen Containern gereift, ist der Teig bereits vorgeformt

Teig in eingefettete Container legen, einmal herumdrehen, damit er eingeölt ist, und zugedeckt bei Zimmertemperatur etwa 2 Stunden, oder so lange reifen lassen, bis er sich verdoppelt hat. (Ich teile ihn gern schon vorher in zwei Portionen, dann muss ich hinterher weniger damit herumhantieren).

Backblech mit Backpapier auslegen und mit Hartweizengries bestreuen.

Teig in 4 gleichgrosse Portionen teilen

Teig in 4 gleichgrosse Stücke teilen und erst zu Bâtards, dann zu Baguettes formen. An beiden Enden fassen, hochheben und auf etwa 61 cm Länge dehnen (das geht normalerweise beinahe von selbst).

Teigstücke erst zu Bätards....

....dann zu Baguettes formen

Schliesslich jedes Baguette von beiden Enden her zu einem S aufrollen (dabei aufpassen, dass die Naht sich darunter befindet!)

Baguettes von beiden Enden her zu einem S aufrollen

Brote aufs vorbereitete Backblech legen, mit Wasser besprühen und Sesamsaat bestreuen, dabei die Samen leicht andrücken. Mit Backspray einsprühen (damit sie nicht abtrocknen).

Brote auf mit Hartweizengries bestreutes Blech legen

Backblech in eine grosse Plastiktüte - etwa einen sauberen, unparfümierten Müllbeutel - schieben, und die Brote für eine langsame Stückgare über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Hinein in die Plastiktüte und dann in den Kühlschrank

BACKTAG:
Brote 2 Stunden vorm Backen aus dem Kühlsschrank nehmen - sie sollten um das Doppelte aufgegangen sein, falls nicht, ein bisschen länger reifen lassen (Fingertest: eine Delle soll sich nicht wieder auffüllen, sondern sichtbar bleiben!)

Ofen auf 250ºC vorheizen, mit einem Dampfgefäss (ich stelle eine Saftpfanne entweder auf die oberste oder unterste Schiene).

Über Nacht sind die Brote schön aufgegangen

Brote in den Ofen stellen, eine Tasse kochendes Wasser ins Dampfgefäss giessen, und die  Temperatur auf 220ºC herunterschalten.

10 Minuten lang backen, dann das Dampfgefäss herausnehmen, und das Blech um 180 Grad drehen, damit die Brote gleichmässig bräunen. (Falls einige Brote aneinanderstossen, jetzt trennen.)

Weitere 10 Minuten lang backen, oder so lange, bis die Brote goldbraun sind, und eine Innentemperatur von 93-96ºC erreicht haben. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Pane Siciliano

EINFRIEREN
Eingewickelt in Plastikfolie und in einem Gefrierbeutel, kann man Pane Siciliano gut einfrieren. Zum Aufbacken die aufgetauten Brote mit Wasser besprühen und etwa 7-10 Minuten bei 190ºC backen.

Mein Lieferkorb: Pane Siciliano, Mehrkorn- Pitas und rustikale Baguettes

Bei YeastSpotting eingereicht 

Sonntag, 22. September 2013

SPROSSENBROT - LINSEN MAL GANZ ANDERS

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Vor einigen Monaten hatte ich mir mal ein Rezept für ein Brot kopiert, das nicht nur eine Menge Kerne und Saaten, sondern auch drei verschiedene Sorten Sprossen enthielt: gekeimter Weizen, Linsen und Quinoa.

Für ein solches Sprossenbrot muss man ein bisschen länger vorausplanen, denn es dauert etwa 2-3 Tage, bis sich die ersten kleinen, weissen Keimspitzen an den eingeweichten Körnern zeigen.

Weizen-, Linsen- und Quinoakörner fangen an zu keimen

Anschliessend werden sie zu einem glatten Brei püriert, der, zusammen mit gerösteten Sonnenblumen-, Kürbiskernen und Sesam diesem interessanten Brot seinen besonderen Geschmack verleiht.

Ich habe das Originalrezept aus "Amerikas Testküche" dabei um Einiges verändert. Amerikaner lieben ihrer Brote deutlich süsser als die meisten Europäer, wir haben zwar nichts gegen einen Hauch von Süsse, wollen aber nicht "in den Honigtopf fallen".

Kürbis-, Sonnenblumenkerne und Sesamsaat (hier schwarzer Sesam)
Anstatt längeren Knetens falte ich den Teig lieber, und lasse ihn über Nacht im Kühlschrank gehen.

Diese langsamere Reifung sorgt für eine besonders gute Verdaulichkeit des Brotes, sein Aroma kann sich besser entfalten.

Und man kommt dann auch mit weniger Hefe aus.

Ich war gespannt, ob man wohl die Linsen vorschmecken würde (wie ich es bei manchem glutenfreien Gebäck mit Bohnenmehl erlebt hatte).

Das Brot sah so appetitlich aus, dass wir es kaum erwarten konnten, bis es soweit abgekühlt war, dass wir es anschneiden konnten.

Zum Glück waren meine Befürchtungen ganz unbegründet, mein Sprossenbrot schmeckte genauso lecker, wie es aussah. Es eignet sich auch gut zum Toasten, und wir mochten es besonders gern mit Honig.


SPROSSENBROT   (adaptiert von Cook's Illustrated: "Sprouted Grain Bread")

Sprossen
140 g Weizenkörner
  43 g Quinoa
  41 g braune Linsen
500 ml kaltes Wasser

Teig
120 g warmes Wasser (43ºC)
    2 EL Honig
274 g Weizenmehl Typ 550
    4 g Trockenhefe (oder 16 g Frischhefe)
    7 g Salz
  36 g Sonnenblumenkerne
  20 g Kürbiskerne
  17 g Sesamsaat (ich habe schwarzen Sesam genommen)

1 Eiweiss, gemischt mit 1 TL Wasser (zum Abstreichen)


1. TAG:
Für die Sprossen Weizenkörner, Quinoa und Linsen und Wasser in eine grosse Schüssel geben. Zugedeckt bei Zimmertemperatur mindestens 12 Stunden (längstens 24 Stunden) stehen lassen.

2. - 3. TAG:
Körner in einem feinmaschigen Sieb abspülen und abtropfen lassen (Achtung: wenn das Sieb nicht feinmaschig genug ist, fallen die Quinoakörner durch die Löcher). Zurück in die Schüssel geben.

Weiter zugedeckt bei Zimmertemperatur stehen lassen, und täglich abspülen und abtropfen lassen, bis alle drei Sorten Körner kleine Keime zeigen (hat bei mir zwei Tage gedauert). Mit Küchenkrepp trockentupfen und bis zum Gebrauch in den Kühlschrank stellen (bis zu 1 Woche).

  Die Sprossen werden im Food Processor püriert

3. - 4. TAG:
Sprossen im Food Processor zu einer glatten, klebrigen Paste verarbeiten (2 - 3 Minuten).

Saaten in kleiner Schüssel miteinander mischen. 6 EL/45 g davon abnehmen und leicht anrösten (ungeröstete, restliche Saat zum Bestreuen aufheben). Abkühlen lassen. Honig im Wasser auflösen.

Sprossenpüree, Mehl, Hefe, Salz und Honigwasser auf niedriger Stufe (oder mit grossem Holzlöffel) 1 - 2 Minuten miteinander vermischen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist. Teig 5 Minuten ruhen lassen.

Teig auf mittlerer Stufe (oder mit der Hand) 6 Minuten lang kneten, dabei geröstete Saaten langsam hineinfallen lassen. Falls nötig, etwas mehr Wasser oder Mehl hinzufügen, bis ein glatter, elastischer, aber noch etwas klebriger Teig entsteht (er soll die Schüsselwände freigeben, aber noch ein bisschen am Boden haften).

Teig auf eine leicht eingeölte (oder angefeuchtete) Arbeitsfläche geben. Mit eingeölten (oder nassen) Händen zu einem Rechteck auseinanderziehen. Von oben und unten wie einen Geschäftsbrief in drei Teile falten, dann ebenso von beiden Seiten falten.

Nach dem letzten Falten wandert der Teig über Nacht in den Kühlschrank

Teigpaket zu einem Ball zusammennehmen und mit der Naht nach unten in eine gefettete Schüssel legen. Zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen. Dieses Strecken und Falten 3 x in 10-minütigen Abständen wiederholen. Nach dem letzten Falten Teig über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Über Nacht hat sich der Teig beinahe verdoppelt

4. - 5. TAG
Teig 2 Stunden vor Gebrauch zum Anwärmen aus dem Kühlschrank nehmen. (Er soll beinahe um das Doppelte aufgehen).

Ofen auf 220ºC vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen. (Oder direkt auf Backstein backen).

Teig zu einem runden Laib formen. Mit der Naht nach unten aufs Backblech legen. Mit Eiweiss abstreichen und den restlichen Saaten bestreuen.

Mit Kernen und Sesam bestreut sieht das Brot schon vielversprechend aus

Brot zugedeckt 45 - 60 Minuten lang reifen lassen, bis er sich beinahe verdoppelt hat (Fingerprobe: eine eingedrückte Delle darf sich nicht wieder auffüllen).

Bei 175ºC 20 Minuten lang backen (ohne Dampf). Um 180 Grad drehen, und weitere 20 - 30 Minuten lang backen, bis der Laib goldbraun aussieht, hohl klingt, wenn man den Boden beklopft, und die Innentemperatur 98ºC erreicht hat.

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Zum Lunch: Sprossenbrot-Sandwiches mit Bacon, Salat und Tomate




Mittwoch, 20. März 2013

AROMA-BROT - EINE LIEBESGESCHICHTE


Das perfekte Aroma Bread
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Ancient Grains for Modern Meals (Urgetreide für die Küche von heute) ist mein neuestes Lieblingskochbuch.

Die Autorin, Maria Speck, hat von ihrem deutschen Vaters ihre Vorliebe für herzhaftes Getreide, und von ihrer griechischen Mutter die Freude am Kochen geerbt. Dieses Erbe hat sie zu Gerichten inspiriert, die einem wahrhaftig das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Da kann man nur noch nach der Einkaufstasche greifen, aufs Rad oder ins Auto springen und zum nächsten Naturkostladen fahren, um besagte Urgetreidesorten, Gemüse und Früchte für Marias wunderbare Rezepte zu besorgen.

Normalerweise finde ich, dass ein Kochbuch sein Geld bereits wert ist, wenn ich wenigstens ein Rezept daraus wirklich gern koche. "Ancient Grains" enthält so viele davon, dass ich es immer noch nicht geschafft habe, alle auszuprobieren. (Nein, ich kriege KEINE Prozente!)

Ein paar Rezepte sind Broten gewidmet, darunter das Aroma-Brot. Von Haus aus ein "No-Knead Bread" (es muss nicht geknetet werden), machte mich sein verführerischer Name neugierig, und so begann meine Liebesgeschichte mit diesem fabelhaften Brot.

Ancient Grains for Modern Meals ist ein sehr benutzerfreundliches Kochbuch, mit detaillierten, leicht nachvollziehbaren Anleitungen -  teure Spezialgeräte sind nicht erforderlich.

No-Knead-Breads sind dafür wie geschaffen: eine Rührschüssel, ein Holzlöffel, ein sauberes Küchentuch, ein schwerer Schmortopf, und schon kann es losgehen.

Für diese pflegeleichten Brote musst du dich nicht abrackern, sie sind unabhängige Geister und gern bereit, sich ganz allein zu entwickeln, wenn du ihnen nur genug Zeit gibst (und ein kleines bisschen Hefe). Ihre Dankbarkeit beweisen sie durch eifriges Aufgehen, und einen besseren Geschmack als manch anderer Laib, der durch Kneten, Schlagen und Durchwalken unterjocht wurde.

Du hast die Wahl zwischen einem kernigen und einem XX-kernigen Aroma-Brot. Wenn du die superkernige Version backen willst, musst du Getreidekörner mehrere Stunden lang einweichen lassen, bevor du sie in den Teig rührst. Dies ist definitiv kein Brot für Sponti-Bäcker, du solltest also 24 Stunden im Voraus planen.

Maria hat ihre Schöpfung nicht von ungefähr "Aroma-Brot" genannt. Dieser wahrhaft aromatische Laib ist nichts für geschmacklich zartbesaitete Gemüter! Er ist mit reichlich Koriander, Fenchel und Kümmel gewürzt, entweder im Ganzen oder grob gemahlen.

Brotgewürze: Fenchel, Kümmel und Koriander

So leicht No-Knead-Brote sich auch zubereiten lassen - es ist immer eine Herausforderung, mit einem sehr feuchten Teig umzugehen. Und hier kommt der Knackpunkt: der klebrige Teig muss zu einem Laib geformt und in eine Umgebung gebracht werden, wo er reifen kann. Und von dort muss er dann irgendwie in einen glühendheissen Schmortopf gelangen.

Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: entweder du lässt das Brot sanft mit der Hand in den Topf hineingleiten und riskierst dabei unangenehme Brandblasen ("Bäcker-Orden"). Oder du lässt es aus sicherer Höhe hineinplumpsen - und dein Brot seufzt und fällt in sich zusammen!

Maria löst das Problem indem sie dich die aufgepuffte Masse über einer gut bemehlten Arbeitsfläche ausleeren lässt, damit du sie einfacher zu einem runden Laib formen kannst. (Mehl ist dein Freund, es schafft eine Barriere zwischen dem klebrigen Teig und seiner Umgebung),

Dann legst du den Laib auf ein mehlbestreutes Küchentuch, faltest die Ecken darüber, und, voilà, hast einen kuscheligen Gärplatz. Allerdings gibt das Handtuch nicht besonders viel Halt, und der Teigling verliert an Form.

Mein erstes Brot habe ich in einem grossen, ovalen Schmortopf gebacken (ich hatte keinen kleineren), und es breitete sich prompt darin aus.

Mein erstes Aroma-Brot - geformt wie eine Kellerassel!

Flach, wie es aus  dem Ofen kam, erinnerte es mich an die kleinen Dinger, die eilig davonwuseln, wenn man einen Stein hochhebt. Aber als ich den ersten Bissen verzehrte, war ich entzückt. Mein flaches Kellerassel-Brot schmeckte hervorragend!

Beim nächsten Mal beschloss ich, dem Brot engere Grenzen zu setzen, um sein Armadillidiida- Aussehen zu verändern. Anstelle es einfach in einem Küchentuch reifen zu lassen, schränkte ich seine Bewegungsfreiheit durch eine hübsche Brotform ein.

In einem Gärkörbchen gereift, ist das Brot rund, aber ...


Es kam zwar nett und rund aus dem Ofen, aber.... es hatte dort immer noch Platz gehabt, um sich breit zu machen.

Oh weh! HomeGoods, meine Quelle für herabgesetzte Küchenartikel, liess mich gerade jetzt schnöde im Stich, wo ich es dringend gebraucht hätte! Immernoch ohne Topf in der richtigen Grösse, kam ich auf die Idee, es mit einer freigeschobenen Sauerteigversion zu versuchen, mit Vorteigen à la Peter Reinharts Whole Grain Breads.

Aroma-Brot als freigeschobenes Brot (mit Sauerteig)

Mein freigeschobenes Brot sah wirklich attraktiv aus. Obwohl ich keinen grossen Unterschied im Geschmack feststellen konnte, ist diese Methode eine gute Alternative für Leute, die entweder keinen Schmortopf haben, wilde Hefe lieben, klebrige Teige hassen, oder ihrem Brot gern Ofenfreiheit lassen.

Als ich das nächste Mal bei Marshall's hereinschaute (auch einer Fundgrube für Küchenutensilien), fand ich einen schicken, türkisfarbig emaillierten, gusseisernen Topf in genau der richtigen Grösse - zum halben Preis! Und schon rührte ich die Zutaten für mein viertes Aroma-Brot zusammen - diesmal wieder die No-Knead-Version.

Und aus dem Ofen kam (TRARAAA!): das perfekte Aroma-Brot - genauso gutaussehend wie es schmeckte!

Das Einzige, was dem nimmermüden Forschungsdrang jetzt noch zu tun blieb, war eine Kastenform-Version des Aroma-Brots. Für aufschnittfreundlichere Brotscheiben, und dabei die einfachste Möglichkeit, dies wunderbare Brot zu backen. Und es hat noch einen zusätzlichen Vorteil: man kann mehr nur als einen Laib zur Zeit produzieren. (Meine Kunden werden sich sicher freuen!)


Aroma-Sandwich-Brot - die einfachste Version
HINWEISE:
  • Wenn du die ganzen Getreidekörner mitverwenden willst (ich hab das Brot mit und ohne gebacken, beide Versionen sind toll) nimm mehr Salz: 9 g anstatt 7 g. 
  • Wer lieber mit frischer Hefe arbeitet, muss die 3-fache Menge nehmen, und entsprechend anrühren.
  • Anstelle von Sonnenblumenkernen kannst du auch Kürbiskerne nehmen (oder eine Misching von beiden)
  • Röste die Saaten in einer unbeschichteten Pfanne, bevor du sie in den Teig gibst.
  • Um das aufgegangene Brot leichter und risikofreier in den heissen Topf zu transportieren, nimm ein grosses Stück Backpapier, um damit den Laib, ohne dich zu verbrennen, in den Topf herunterzulassen. Du brauchst es nicht zu entfernen.

AROMA-BROT  (adaptiert von Ancient Grains for Modern Meals)
(etwa 900 g)

Ganze Getreidekörner (falls gewünscht):
1/2 Tasse Weizen-, Roggen-, Kamut- oder Dinkelkörner
kaltes Wasser zum Einweichen

Teig:
340 g Vollkorndinkelmehl
107 g Vollkornroggenmehl
  57 g Maisschrot (Polenta)
  67 g Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, geröstet
  35 g Leinsamen oder Sesamsaat, geröstet
   2 tbsp. Aromagewürzmischung*)
    7 g/ 1 1/2 TL Meersalz    (bei ganzen Getreidekörnern im Teig: 9 g!)
    1 g/ 1/4 TL Trockenhefe
     eingeweichte Getreidekörner (falls gewünscht)
475 g kaltes Wasser
Maisschrot, zum Bestreuen

*) Aromagewürzmischung: 6 EL Korianderkörner mit je 3 EL Fenchel- and Kümmelsaat vermischen (ausreichend für 6 Brote).

1. TAG
Morgens:
Getreidekörner in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken (mindestens 3 cm hoch). Zugedeckt bei Zimmertemperatur einweichen lassen. Vor Gebrauch durch ein Sieb giessen (das Einweichwasser ist übrigens ein guter Pflanzendünger).

Teiggemisch - schwarze Sesamsaat bildet einen hübschen Kontrast

Abends:
Alle trockenen Teigzutaten in einer grossen Schüssel verrühren. Eingeweichte Getreidekörner darüber streuen und fast alles Wasser dazugeben. Mit einem grossen Holzlöffel mischen, bis alles Mehl angefeuchtet ist. (Der Teig soll weich und klebrig sein, falls nicht, etwas mehr Wasser dazugeben). Mit Plastikfolie abdecken und bei Zimmertemperatur 12 - 18 Stunden reifen lassen.

Über Nacht ist der Teig deutlich angeschwollen

2. TAG
Ein Gärkorbchen mit Mehl oder Maisschrot bestreuen (wer kein Gärkörbchen hat, kann sich mit einem Brotkorb oder einer Schüssel, ausgelegt mit einem Küchentuch, behelfen). Arbeitsfläche grosszügig mit Mehl bestreuen.  Mit einem Teigschaber oder Plastikspatel den aufgepufften Teig darüber ausleeren.

Beim Herausschaben des fermentierten Teigs sieht man die schwammige Struktur

Mit bemehlten Händen (oder zwei eingefetteten Teigschabern oder Teigmessern), Teig genau 4 Mal vom Rand zur Mitte hin falten, von oben, unten, rechts und links. Teigpaket umdrehen und mit der Naht nach unten ins Gärkörbchen legen. Mit Maisschrot bestreuen, dann mit einem Küchenhandtuch zudecken und etwa 1 Stunde lang gehen lassen. 

Nach 30 Minuten Ofen auf 245ºC vorheizen. Einen 4 bis 5 Liter fassenden, gusseisernen Topf oder Schmortopf (mit Deckel) auf ein Rost im unteren Ofendrittel stellen und mitaufheizen.

Wenn der Laib sich um das 1 1/2-fache vergrössert hat, sanft mit dem Finger stupsen. Die Delle darf sich nicht wieder auffüllen - sie kann sich zwar ein bisschen füllen, soll aber sichtbar bleiben. Falls nicht, 15 Minuten länger gehen lassen.

Wenn das Brot genau in den Topf passt, breitet es sich nicht zu sehr aus.

Den heissen Topf aus dem Ofen nehmen und den Deckel öffnen. Das Brot sanft vom Gärkörbchen in den Schmortopf gleiten lassen (mit der Hand nachhelfen), mit der Naht nach oben. Oder auf einem Stück Backpapier ausleeren, dann Papier an beiden Seiten hochheben und das Brot sanft in den Topf setzen (mit Papier). 

Zugedeckt 30 Minuten lang backen. Deckel abnehmen, und weitere 20 - 25 Minuten backen, bis der Laib schön braun ist, hohl klingt, wenn man auf den Boden klopft, und die Innentemperatur, in der Mitte gemessen, 93ºC beträgt (Backthermometer). 

Brot aus dem Topf nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.


AROMA-SANDWICH-BROT

Eine 13 x 23 cm Kastenform einölen und mit 1 - 2 Esslöffeln Leinsamen oder Sesamsaat ausstreuen. Den Teig nach dem Falten direkt in die vorbereitete Form legen, mit der Naht nach oben. (Mein Vorschlag: Oberfläche mit Wasser abstreichen, und mit Leinsamen oder Sesam bestreuen) Wie oben beschrieben aufgehen lassen.

Ofen nur auf 220ºC vorheizen, ofenfestes Gefäss oder Saftpfanne auf den untersten Rost stellen und mitaufheizen.

Wenn das Brot aufgegangen ist, in die Mitte des Ofens stellen, und 1 Tasse kochendes Wasser in das heisse Dampfgefäss giessen. 30 Minuten lang backen. Dampfgefäss entfernen, Brot um 180 Grad drehen, und etwas 30 Minuten lang weiterbacken, bis die Innentemperature 93ºC beträgt.

Brot 5 Minuten lang in der Form abkühlen lassen, dann herausnehmen und auf einem Kuchengitter  auskühlen lassen (falls es in der Form stecken bleibt, Seiten vorsichtig mit einem Buttermesser oder Plastispatel lösen).


AROMA-SAUERTEIGBROT

Starter:
  64 g Roggenanstellgut (TA 200, wer einen festeren Starter hat, muss entsprechend etwas mehr Wasser dazugeben)
205 g Dinkelvollkornmehl
125 g lauwarmes Wasser

Quellstück:
  57 g Maisschrot (Polenta)
  75 g Vollkornroggenmehl
  92 g Vollkorndinkelmehl
168 g Wasser
    4 g Salz

Endteig:
  Quellstück und Starter
  43 g Vollkorndinkelmehl

    5 g Salz
    5 g Trockenhefe
  67 g Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, geröstet
  35 g Sesamsaat, geröstet
    2 EL Aromagewürzmischung (siehe oben)
181 g Wasser (mehr, wenn nötig)

1. TAG
Morgens:
Alle Zutaten fürs Quellstück in einer Schüssel mischen. Zugedeckt bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Alle Zutaten für den Starter auf niedriger Stufe (oder mit der Hand) 1 Minute lang mischen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist. 2 Minuten lang auf mittel-niedriger Stufe kneten (oder mit der Hand), dann 5 Minuten ruhen lassen, und 1 weitere Minute lang kneten. Zugedeckt bei Zimmertemperatur reifen lassen.

Abends:
Alle Teigzutaten 1- 2 Minuten auf niedriger Stufe (oder mit der Hand) mischen bis alles Mehl durchfeuchtet ist. Auf mittel-niedriger Stufe (oder mit der Hand) 4 Minuten lang kneten, dabei, falls nötig, mehr Wasser dazugeben. Der Teig soll sehr haften, und sich keinesfalls trocken anfühlen. 5 Minuten lang ruhen lassen, dann 1 weitere Minute lang kneten. (Teig soll etwas haften, aber nicht kleben).

Teig zu einem Ball zusammennehmen und in eine leicht eingeölte Schüssel legen, dabei umdrehen, damit er von allen Seiten eingefettet ist. Gut zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

2. TAG
Teig 2 Stunden vor Gebrauch zum Aufwärmen aus dem Kühlschrank nehmen (Er wird über Nacht schön aufgegangen sein).

Ofen auf 260ºC vorheizen, mit Backstein und Dampfgefäss.

Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und zu einem runden Laib formen. Boule mit der Naht nach unten in ein mit Mehl bestreutes Gärkörbchen legen. Mit mehr Mehl bestreuen. Zugedeckt 45 - 60 Minuten lang aufgehen lassen, oder so lange, bis das Brot sich um das 1 1/2-fache vergrössert hat, und eine Delle sichtbar bleibt, wenn man es sanft mit dem Finger stupst.

Brot auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen (oder einen Ofenschieber benutzen) und in den Ofen stellen, 1 Tasse kochendes Wasser ins Dampfgefäss giessen und die Temperatur auf 245ºC reduzieren. Nach 10 Minuten Temperatur auf 220ºC herunterschalten. Weitere 10 Minuten lang backen, dann Dampfgefäss entfernen und Brot um 180 Grad drehen. Etwas 30 Minuten länger backen, oder so lange, bis der Laib schön braun ist, sich hohl anhört, wenn man den Boden beklopft und die Innentemperatur 93ºC beträgt..

Auf Kuchengitter auskühlen lassen.

Dieses Aromabrot enthält ganze Kamutkörner.

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(Reprinted with permission from Ancient Grains for Modern Meals by Maria Speck, copyright © 2011. Published by Ten Speed Press, a division of Random House, Inc.)

Bei YeastSpotting eingereicht (englische Version)

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