Montag, 18. August 2014

ORANGEN-CHEESECAKE MIT GRAND MARNIER

Click here for the English version of this post (pending)



















Mein Mann und ich sind Käsekuchen-Fans. Ob deutsch mit Quark oder amerikanisch mit Philadelphia - wir mögen ihn in jeder Darreichungsform.

Obwohl ich meinen deutschen Käsekuchen sehr schätze (für Ex-Pats in quarklosen Ländern: es geht auch ohne Quark!), gefallen mir am amerikanischen Cheesecake seine unendlich vielen Variationsmöglichkeiten. 

Eine meiner Lieblingskochzeitschriften, "Fine Cooking", bietet einen "Cheesecake-Rezeptmacher" an, ein kleines Online-Programm, mit dessen Hilfe man Zutaten nach seinem Geschmack auswählt, und dann ein fertiges Rezept mit Mengenangaben geliefert bekommt.

Auf diese Weise ist auch dieser äusserst leckere Orangen-Cheesecake entstanden. Ich hatte mich für Schokoladenkekse, Orangen, Sour Cream und Grand Marnier entschieden - ein Mausklick, und schon hatte ich mein vollständiges Rezept.

Man sollte für den Kuchen ein bisschen Zeit einplanen. Der fertigen Cheesecake gehört nach dem Abkühlen nämlich erstmal für 8 Stunden in den Kühlschrank, damit er sich vollständig setzen kann. 

Gefrässige, undisziplinierte Leute (wie die Bewohner von Roberts Ave Nr. 15) warten allerdings nie so lange, sondern genehmigen sich das erste Stück bereits zum Tee, wenn der Kuchen noch etwas warm ist (auch wenn der Boden dann ein bisschen mehr krümelt).

Orangen-Cheesecake - ordnungsgemäss gründlich gekühlt


ORANGEN-CHEESECAKE MIT GRAND MARNIER

Boden 

227 g Kekse (z.B. Schokoladenkekse, Butter- oder Orangenkekse)
13 g/1 EL Zucker 
100 g geschmolzene Butter
 
Füllung: 

680 g Philadelphia, zimmerwarm (3 Packungen) 
173 g Saure Sahne (Zimmertemperatur) 
12 g/2 EL Weizenmehl Typ 405 
1 Prise Salz 
150 g Zucker 
1 EL Vanille-Extrakt oder 1 Pck. Vanillezucker 
2 EL abgeriebene Bio-Orangenschale (1-2 Orangen) 
3 EL Grand Marnier (oder anderer Orangenlikör) 
4 Eier (Kl. M) (Zimmertemperatur)

Zubereitung:
Ofen auf 190ºC vorheizen. Kekse in Blitzhacker oder Mixbecher zu feinen Krümeln mahlen. Den Rand einer 23 cm Springform mit einem Streifen Backpapier auslegen.


Zu Orangen passt besonders gut ein Boden aus Schokoladenkeksen
  
Kekskrümel und Zucker in einer mittelgrossen Schüssel miteinander verrühren, dann geschmolzene Butter untermischen, bis alles gut durchfeuchtet ist.

Mischung gleichmässig in der Springform verteilen und gut festdrücken, dabei die Krümelmasse auch an den Seiten etwas hochdrücken (ich lege ein Stück Plastikfolie darüber, und drücke so auf die Krümelmasse, dann klebt nichts an den Händen fest).

Boden etwa 9-12 Minuten lang vorbacken, bis er ein bisschen Farbe angenommen hat (soweit man das beurteilen kann). Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Ofentemperatur auf 150ºC herunterschalten.


Die Füllung ist schnell gemixt

Frischkäse, Saure Sahne, Mehl und Salz mit dem Mixer auf mittlerer Stufe in etwa 5 Minuten sehr glatt und schaumig rühren. Zucker hinzufügen und weitermixen, bis alles gut vermischt ist.

Vanille, Orangenschale und Grand Marnier dazugeben und ca. 30 Sekunden lang unterrühren. Eier einzeln nacheinander hinzufügen, jeweils nur so lange rühren, bis sie sich gerade eben (!) mit der Creme verbunden haben (nach Zugabe der Eier nicht mehr lange rühren!


Masse auf den abgekühlten Tortenboden füllen und glatt streichen.

Ofenfertiger Cheesecake
  
Kuchen auf dem mittleren Rost bei 150ºC etwa 55 - 65 Minuten lang backen, bis er sich in der Mitte bei leichten Fingerdruck elastisch wie Wackelpudding anfühlt. Die Kuchenränder werden etwas aufgebläht und die Mitte noch feucht aussehen. 

Cheesecake noch mindestens 10 Minuten (besser länger,) im ausgeschalteten Ofen stehenlassen, dabei die Tür einen Spalt öffnen.

Dann Kuchen auf einem Kuchengitter vollkommen auskühlen lassen. Mit Alufolie abdecken and mindestens 8 Stunden lang in den Kühlschrank stellen. 


So sieht der fertiggebackene Cheesecake aus: nur am Rand etwas braun
  
TIPP:
Cheesecake hält sich bis zu 1 Monat lang im Tiefkühlfach. Zum Einfrieren abgekühlten Kuchen (ohne Form) unabgedeckt auf einer Platte ins Tiefkühlfach stellen, bis die Oberfläche kalt und fest geworden ist. Dann in 2 Lagen Plastik- und 1 Lage Alufolie einwickeln. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Montag, 11. August 2014

EINES RITTERS WÜRDIG - GÖTZENBURG-BROT

Click here for the English version of this post

Bevor ich euch demnächst die bemerkenswerte Sammlung fabelhafter Brote für mein Götz von Berlichingen Blog-Event präsentiere, bin ich euch natürlich erstmal mein eigenes MachBackwerk schuldig!

Powered by BannerFans.com

Für mein Rezept stellte ich mir ein Brot aus verschiedenen typischen Getreidearten und Saaten vor, die möglicherweise sogar in Baden Württemberg angebaut werden.

Der altehrwürdigen Tradition von Schloss Jagsthausen und seines edlen, eisenhändigen Ahnherren würdig, sollte mein Brot aber doch modernen Backstandards entsprechen, und nicht etwa ein authentisch mittelalterlicher Laib (mit einem Mehlwurmgehalt >100/kg) sein.

Meine Mehle (von links): Roggen, Weizen, Einkorn, Dinkel und (oben) Gerste

Es sollte auch kein zu aufwendiges Brot sein, sondern entweder vom Pastry-Chef in Schlosshotel Götzenburg's fabelhaftem Restaurant oder einer örtlichen Bäckerei zubereitet werden können. Also kein Riesenloch-Laib à la Tartine, und keine übermässig komplizierte Prozedur.

Mit Einführung eines Getreidebreis die Gesamtfeuchtigkeit zu erhöhen, ohne den Vollkornteig zu nass zu machen - diese Idee habe ich allerdings begeistert von Chad Robertson's "Tartine No. 3" übernommen. Ein Porridge würde auch einem weniger löchrigen Brot guttun.

BreadStorm hat mir bei der Berechnung geholfen, und hier ist das Ergebnis:

Mein Götzenburg-Brot - Mehrkorn-Sauerteig mit Hirse-Porridge

So ein herzhafter Laib mit guter Kruste und feuchter Krume (oder eins der anderen tollen Brote, die für meinem Blog-Event kreiert wurden) ist genau das, was wir hoffentlich bei unserem nächsten Besuch auf dem Frühstücksbüffet vom Schlosshotel Götzenburg vorfinden werden!


Der Teig wird saftiger durch einen Hirse-Porridge

GÖTZENBURG-BROT

Roggensauerteig
21 g Roggenanstellgut (100%)
40 g Wasser
34 g Vollkornroggenmehl
30 g Vollkorndinkelmehl

Hirse-Porridge
18 g Hirse
37 g Wasser

Hauptteig
55 g Hirse-Porridge
125 g Sauerteig
243 g Wasser
2 g Trockenhefe (oder 6 g Frischhefe)
205 g Weizenmehl Typ 550
60 g Vollkorndinkelmehl
40 g Gerstenmehl
60 g Einkornmehl
8 g Meersalz
7 g Honig


VORTAG
Morgens:
Sauerteig zubereiten. Zugedeckt bei Zimmertemperatur stehenlassen.

Hirse und Wasser zum Kochen bringen, zugedeckt ca. 15 Minuten lang köcheln lassen, bis die Hirse weich und das Wasser absorbiert ist (falls nötig, etwas mehr Wasser dazugeben). Hirsebrei abkühlen lassen.

Abends:
Zutaten auf niedrigster Stufe (oder mit der Hand) 1-2 Minuten vermischen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist. 5 Minuten ruhen lassen. Dann auf mittel-niedriger Stufe (oder mit der Hand) 6 Minuten lang kneten (Teig soll am Schluss noch etwas kleben).

Teig erst zu einem Rechteck auseinanderziehen...
...dann wie einen Geschäftsbrief...


...in drei Teile falten.
Das Ganze nochmal von rechts...
...und links, bis man ein Paket hat

Teig auf einer eingeölten Arbeitsfläche mit eingeölten Händen zu einem Rechteck auseinanderdrücken und -ziehen. Von oben nach unten wie einen Geschäftsbrief in drei Teile falten, dann von beiden Seiten ebenso falten. Teigpaket zu einem Ball zusammennehmen und mit der Naht nach unten in eine gefettete Schüssel legen.

Zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen. Dann Strecken und Falten noch weitere 3 Male in 10-minütigen Abstãnden wiederholen. Nach dem letzten Falten gut zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.


BACKTAG
Teig 2 Stunden vor Gebrauch zum Anwärmen aus dem Kühlschrank nehmen.

Ofen auf 230ºC vorheizen (mit Backstein und Dampfgefäss).

Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem runden oder länglichen Laib formen. Mit der Naht nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen legen. 

Zugedeckt 45 - 60 Minuten lang reifen lassen, bis sich das Volumen um das 1 1/2-fache vergrössert hat (Fingerprobe: eine sanft eingedrückte Delle soll elastisch, aber sichtbar bleiben, und sich nicht wieder ganz auffüllen).

Brot auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen (oder direkt auf dem Backstein backen). Wie gewünscht einschneiden (nicht zu zaghaft, die Schnitte sollen tief genug sein).

Brot 20 Minuten lang backen, mit Schwaden. Um 180 Grad drehen (für gleichmässige Bräunung) und in weiteren ca. 20 Minuten kräftig ausbacken ( Innentemperatur mindestens 93ºC)

Vorm Anschneiden ganz auskühlen lassen.

Mittelalterliches Schloss Jagsthausen - heutzutage Schlosshotel Götzenburg
Bei Yeast Spotting eingereicht 

Mittwoch, 30. Juli 2014

BEHIND THE SCENES - WILLKOMMEN IN KARIN'S BÄCKEREI


Meine Backstation

Click here for the English version of this post

Steph vom Kleinen Kuriositätenladen wollte wissen, wie es hinter den Kulissen in unseren Küchen so aussieht, nach welchen Koch-und Backbüchern wir kochen, wie aufgeräumt unser Schreibtisch oder Arbeitsplatz ist, und wie unsere Fotos zustandekommen.

Behind the Scenes vom 01.06.-30-06-2014

Ich mache jetzt einfach mal die Tür zum Blog-Event auf und zeige euch, wie es bei mir "behind the scenes" zugeht.

Seit 5 Jahren habe ich eine staatliche Lizenz zum Heimbacken, meine Küche wurde amtlich inspiziert, und ich zahle brav jedes Jahr meine 20 Dollar für die Erneuerung meiner Home Processor's License.

Ich bin also ganz offiziell:


Im Sommer backe ich zweimal, im Winter einmal die Woche europäisches Brot für unseren örtlichen Naturkostladen, "A & B Naturals". Da meine Brote erfreulicherweise sehr populär sind, lässt man mir bei der Wahl, was ich backe, weitestgehend freie Hand  - "Baker's Choice".

Meine rustikalen Baguettes und Mehrkorn-Pitas müssen allerdings bei jeder Lieferung dabeisein!

Lieferkorb mit Baguettes, Pitas und Pane Siciliano

Eine experimentierfreudige Bäckerin hat natürlich jede Menge Vorräte - hier seht ihr einen kleinen Teil meiner Mehle:

Küchen-Hintertreppe für Roggen, Weizen, Dinkel & Co.

Unser Keller ist zu feucht, da muss unsere Küchen-Hintertreppe als Mehlkammer herhalten.

Zum Mixen grösserer Menge Teig braucht man ein verlässliches Arbeitstier. Mein gebraucht erstandenes "Work Horse" heisst Hobart. Er stöhnt und ächzt zwar hörbar beim Kneten, schafft aber selbst die steifsten Vielkornteige mit links.

Mein Hobart-Mixer fasst 19 Liter (20 quart)
 
Wenn sie nicht gerade arbeiten oder verdauen, leben meine anderen Helfer im Kühlschrank:

Sauerteigfamilie: Roggen-, Forkish-, Tartine- und Vollkornweizen-Starter

Die Inspiration zu meinen Broten bekomme ich von meiner ständing wachsenden Büchersammlung, von backenden Facebook-Freunden, den Hobbybäckern vom Fresh Loaf und anderen Bloggern.

Deutsch-englische Brotbackbuch-Sammlung

Wenn ich mal nicht Brot backe, unterhalte ich mich mit anderen interessanten Dingen - wie z. B. Kuchenbacken:

Kein Wunder, dass ich ab und zu faste, damit die Jeans wieder passen!

Mein mobiler Arbeitsplatz ist mein Mac, damit ziehe ich durchs ganze Haus, meine Rezeptprogramme sind Paprika, und BreadStorm (speziell für Brote).

Und manchmal leistet mir sogar eine Königin (der Nacht) Gesellschaft

Natürlich habe ich auch einen Schreibtisch - aber dort bin ich weniger oft anzutreffen - dafür macht sich's jemand anderer dort gemütlich - Toby!

Unordnung oder kreatives Chaos?

Mit einem Handtuch zugedeckt gehen meine Pitas auf dem Küchentisch, fertiggebackenes Brot kühlt im Hintergrund, Teigschüsseln warten auf den Abwasch, und ich sprühe Baguetteformen mit Öl ein - ein typischer Backtag.

Meine Küche ist mein Arbeits- und Wohnzimmer!


Hier backe ich z. B. für meine Kunden das (äusserst beliebte) Sonnenblumen-Roggenbrot:

Sunflower Rye - eins meiner populärsten Sauerteigbrote

und für meinen Mann und mich Erdbeer-Rhabarber-Pie, immer getreu der Devise: "Das Leben ist ungewiss - iss das Dessert zuerst!"

Strawberry-Rhubarb-Pie von FB-Freundin und Food-Journalistin Kim Ode

Sonntag, 27. Juli 2014

SOUTHERN-STYLE CORNBREAD - KNUSPRIGES MAISBROT AUS DER PFANNE


Click here for the English version of this post (pending)
















Während sich mein deutscher Magen gegen manch amerikanisches Essen verwahrte - New England Boiled Dinner schmeckt genauso unangenehm, wie es klingt - und speziell US-Schlabberbrote knurrend verweigerte, erwies er sich gegenüber anderen transatlantischen Genüssen als sehr entgegenkommend.

Lobster Rolls (Hummerbrötchen), Crabcakes (Krabbenpuffer), Blaubeer-Pie: kein Problem. Baked Beans (überbackener Bohneneintopf)? Da fühlt sich mein Magen sogar als echter Neuengländer!

Ofenwarmes Maisbrot, mit Butter bestrichen - ein echtes Comfort-Food

Und was könnte es dazu besseres geben als knuspriges, frischgebackenes Cornbread? Dieses Mais"brot" ist dabei überhaupt kein Brot, sondern eine Art würziger Kuchen, der warm, mit Butter bestrichen, zu Bohnengerichten oder Barbecues (wie Pulled Pork) genossen wird.

Cornbread gibt es in verschiedenen Variationen, mit weissem oder gelbem Maismehl, mit ganzen Maiskörnern oder ohne, und Exras wie Chili oder Käse. Ausserdem unterscheidet es sich auch regional.

Ausgelassenes Speckfett bringt Würze ins Cornbread
Yankee-Cornbread aus dem Norden ist süsser und in der Konsistenz mehr kuchenähnlich, während sein Dixie-Gegenstück aus dem Süden dünner, knuspriger, und kräftiger gewürzt ist.

Mein Lieblings-Cornbread stammt aus dem Süden (knusprig, na klar!) und ist sehr einfach und schnell zubereitet.

Es wird in einer gusseisernen Pfanne im Ofen gebacken (man kann aber notfalls auch eine Kuchenform nehmen).

Seinen guten Geschmack verdankt es einer Zutat, die in unserem Kühlschrank immer vorhanden ist: Speckfett!

Wie die meisten Amerikaner liebt mein Mann seinen Bacon. Mit Ei, auf dem Burger oder als BLT Sandwich (Bacon, Lettuce, Tomato) - Bacon geht immer!

Altes indianisches Sprichwort: Bacon geht immer!

Mein Speck-Konsum hat sich seit meiner Übersiedlung bestimmt um 100% erhöht!

Das nach dem Ausbraten reichlich vorhandene Speckfett giessen wir in ein kleines Näpfchen, und benutzen es zum Würzen von Bolognesesauce und anderen Gerichten, die einen Hauch von Speck vertragen können.

Wer kein Speckfett vorrätig hat, muss also entweder erst eine ordentliche Portion Bacon und Eggs vertilgen, oder eine Mischung aus Öl und Butter für sein (etwas weniger würziges) Cornbread nehmen.

Cornbread-Zutaten: Maisgries, Buttermilch und Ei

SOUTHERN-STYLE CORNBREAD  (nach Cook's Illustrated)

4 TL ausgelassenes Baconfett (ersatzweise 1 TL Olivenöl + 1 EL geschmolzene Butter)
145 g Maisgries (Polenta)
80 g kochendes (!) Wasser
10 g/2 TL Zucker
4 g/1/2 TL Salz
4 g/1 TL Backpulver
¼ TL Backnatron
180 ml Buttermilch (3/4 cup)
1 EI, leicht verschlagen

Ofen auf 230ºC vorheizen. 

Baconfett in eine gusseiserne Pfanne (20-cm Durchmesser) geben. Pfanne in den Ofen stellen (unteres Drittel). (Ersatzweise kann man eine 23-cm runde oder quadratische, leicht gebutterte Kuchenform benutzen, dann aber nicht mitaufheizen!)

Ein Brühstück macht das Cornbread wunderbar saftig!

48 g (1/3 cup) von der abgewogenenen Maisgriesmenge abnehmen und in eine mittelgrosse Schüssel geben. Mit dem kochendheissen Wasser  übergiessen, und zu einem Brei (Brühstück) verrühren. Er soll die Konsistenz von Polenta haben, zwar steif, aber noch weich genug, um die feuchen Zutaten unterrühren zu können.

Restlichen Maisgries mit den übrigen trockenen Zutaten verrühren

Restliche 96 g (2/3 cup) Maisgries, Zucker, Salz, Backpulver und -natron in einer kleinen Schüssel miteinander vermischen. Beiseite stellen.

Buttermilch portionsweise in den Maisbrei rühren

Ei untermischen

Langsam die Buttermilch in die mittlere Schüssel zum Brühstück giessen, und glattrühren. Das Ei dazugeben und gut vermischen.

Erst unmittelbar vorm Backen trockene Zutaten mit feuchten Zutaten mischen

Erst unmittelbar vorm Backen die trockenen Zutaten zum Maisbrei geben, und nur gerade so lange mischen, bis alles eben durchfeuchtet ist.

Kaum ist der Teig in der Pfanne, bilden sich schon Blasen - jetzt muss es schnell gehen!

Vorsichtig die heisse Pfanne aus dem Ofen nehmen. Das Speckfett in den Maisbrei giessen, rasch unterrühren, und die Masse wieder zurück in die Pfanne giessen. Pfanne sofort wieder in den Ofen stellen.

Cornbread etwa 20 Minuten lang backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.

Cornbread gleich nach dem Backen auf ein Kuchengitter befördern

Pfanne aus dem Ofen nehmen und sofort über einem Kuchengitter entleeren. Cornbread 5 Minuten abkühlen lassen und heiss servieren.

Wir streichen Butter aufs warme Cornbread und essen es mit Baked Beans oder zu Ioanna's pikanten Kichererbsen mit Speck, dem - ebenso leckeren - griechischen Cousin unserer amerikanischen Beans.

Alte indianische Weisheit: Mit Speck ist alles besser!

Eine amerikanisch-griechische Freundschaft: Cornbread und Kichererbsen mit Speck

Cornbread lässt sich übrigens, in Folie gewickelt und in einem Gefrierbeutel, gut einfrieren. Nach dem Auftauen muss man es dann nur noch zum Erwärmen kurz wieder aufbacken.

Mittwoch, 23. Juli 2014

FEHLER BEI BROT UND KLEINGEBÄCK UND IHRE BESEITIGUNG - MIT FOTOS!

"Bäcker's Schlafzimmer"

Angeregt von Dietmar Kappl's hervorragendem Blogpost über Fehler bei der Verarbeitung von Schrotbroten habe ich mich einmal im Internet umgesehen, um mehr zu diesem Thema zu finden.

Dabei bin ich auf eine Broschüre des Wissensforums Backwaren gestossen, die zu jeder Art von Brot und Kleingebäck nicht nur Verarbeitungsfehler, ihre Ursachen, und deren Abhilfe auflistet, sondern auch das passende FOTO beisteuert.

Mir geht es nämlich wie sicher vielen anderen Hobbybäckern auch - ich bin nicht mit allen Fachausdrücken der Bäckersprache vertraut, und einige Begriffe, wie "abgebackene Krume" oder "Auswuchsschrot" sagen mir einfach nichts (und entziehen sich auch dem Zugriff von Google).

Ein bebildertes Fehlerlexikon kann daher auch Nicht-Profis etwas auf die Sprünge helfen. Wer sich also schlau machen will, warum sein Brot so riesige Höhlen unter der oberen Kruste aufweist, dass ein müder Bäcker darin den richtigen Zeitpunkt verschlafen kann, wann das Brot in den Ofen muss - hier ist der Link zum Download.

Montag, 14. Juli 2014

LIEBLINGSESSEN MEINER KINDER - MÖHREN-KARTOFFEL-TOPF MIT KÄSE-SAHNE-SAUCE

Im allgemeinen poste ich ja nur über meine Bäckerei - wobei gelegentlich das eine oder andere Dessert mit hineinrutscht - aber für interessante Blog-Events mache ich auch mal eine Ausnahme.

Von Sugarprincess Yushka nach dem

http://www.sugarprincess-juschka.blogspot.de/






gefragt, musste ich schon sehr überlegen.

Nicht nur, weil mein Sohn und meine Tochter lange erwachsen und nur noch bei besonderen Gelegenheiten von Muttern bekocht werden, sondern vor allem deshalb, weil meine Sprösslinge so unterschiedliche Vorlieben hatten.

Während Per mit gutem Appetit alles vertilgte, was ich ihm vorsetzte, und auch norddeutsche Grützwurst mit Rosinen nicht verschmähte, war seine kleine Schwester aus anderem Holz geschnitzt.

Valerie ("Will nicht!") mit 4 1/2
Valerie mochte weder Milch noch Joghurt, und verzehrte ihr Brot lieber trocken, als Butter oder Marmelade darauf zu streichen.

Sie verzog ihren Mund zu einem Viereck, wenn sie gezwungenermassen "wenigstens einen Bissen probierst, bevor du 'mag ich nicht' sagst". Und liess den unerwünschten Brocken wieder hinausfallen.

Mein Sohn liebt, wie ich, Quarkauflauf und Hefeklösse, doch seine Schwester konnte süssen Hauptgerichten überhaupt nichts abgewinnen.

Nur für ein Gericht konnte sie sich regelrecht begeistern: Schweinebraten mit Rotkohl!

Den mochte die restliche Familie zwar auch, als Event-geeignetes Lieblingsessen schied er aber aus praktischen Gründen aus.

Mein Mann und ich sind schliesslich nur zu zweit, und so ein grosser Braten muss ja nicht nur verbloggt, sondern auch verzehrt werden.

Nach langem Kopfzerbrechen fiel mir dann aber doch ein Gericht ein, dass Mutter und Kinder in Harmonie am Mittagstisch vereinte: Möhren-Kartoffel-Topf mit Käse-Sahne-Sauce!

Diesen (ursprünglich aus einer Werbebroschüre für  holländischen Käse stammenden) leicht pikanten Eintopf hatte ich bei Valeries Tagesmutter kennengelernt. Er war vollwertig, schnell und einfach zuzubereiten, und das Beste: er schmeckte sogar meiner wählerischen Tochter.

Und das, obwohl er Blauschimmelkäse und saure Sahne enthielt!

(Amerikanische) Zutaten für das Lieblingsessen meiner Kinder

Ich habe das Rezept nie aufgeschrieben, es aber über die Jahre so oft gekocht, dass ich es im Schlaf kann:


MÖHREN-KARTOFFEL-TOPF MIT KÄSE-SAHNE-SAUCE  (4 Personen)

500 g Kartoffeln, geschält und in mundgerechte Stücke geschnitten
500 g Möhren, geschält und in mundgerechte Scheiben geschnitten
300 ml Gemüse- oder Hühnerbrühe (ich nehme gekörnte Brühe aus dem Bioladen)
200 g saure Sahne
  65 g milden Blauschimmelkäse (z.B. Blue Castello oder Cambozola), gewürfelt
Pfeffer aus der Mühle
   1 Bund Schnittlauch, gehackt

Kartoffeln und Möhren zusammen mit der Brühe in einem grossen Topf zum Kochen bringen, dann bei schwacher Hitze garen (ca. 15 Minuten).

Käse in der sauren Sahne schmelzen lassen

Währenddessen Käsewürfel und saure Sahne in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze so lange erwärmen, bis der Käse geschmolzen ist. Gut verrühren und beiseite stellen.

Käse-Sahne-Sauce in den Topf mit dem Gemüse geben und gut vermischen. Nur heisswerden lassen, nicht mehr kochen. Mit Pfeffer abschmecken.

Mit reichlich Schnittlauch bestreut servieren.

Schmeckt auch meinem amerikanischen Mann: Möhren-Kartoffeltopf

Meine essunwillige Tochter hat übrigens später das New England Culinary Institute in Vermont besucht, und ist eine fabelhafte Köchin geworden!

Sommer in Maine - Jordan Pond, Acadia National Park, Mount Desert Island