Posts mit dem Label Stout werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stout werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 30. April 2014

BIER-ROGGENBROT - STOUT STÄRKT NICHT NUR RADLER


Click here for the English version of this post




















Nachdem ich hintereinander 4 Brote auf meiner "Jedem-Backbuch-eine-Chance"-Liste gebacken hatte, mit denen ich nicht recht zufrieden war, erhielt meine anfängliche Begeisterung einen merklichen Dämpfer.

Die gründliche Jungfrau in mir wollte nicht noch ein Faires-Backen-Projekt in Angriff nehmen, ohne vorher zumindest versucht zu haben, aus diesen Drei-Minus-Kandidaten ein überzeugenderes optisches oder geschmackliches Ergebnis herauszukitzeln.

Nach und nach nahm ich mir daher diese, als "nicht so doll" bewerteten Brote noch einmal vor, Arkatena Bread, Müslibrötchen (beide jetzt in Ordnung), Camembert-Trauben-Brot (naja), und dann das Beer Rye Bread.

Ich hatte mir Bill Middekes Beitrag zu Kim Odes "Baking with the St. Paul Bread Club" deswegen ausgesucht, weil mir die Kombination Stout und Roggen gefiel. Meiner Meinung nach kann nichts, das Bier enthält, schlecht sein - es sei denn, es wird mit Bud Light, alias Abwaschwasser, oder einem anderen Un-Bier gemacht.


Die Menge an Molasse und braunem Zucker (beides 1/4 Tasse für zwei kleine Brote) schien mir sehr üppig, daher hab ich sie erstmal auf die Hälfte reduziert.

Das zuerst im "St. Louis Globe-Democrat" veröffentlichte Original-Rezept sah noch Schmalz oder Bacon-Fett vor. Schmalz ist aber in den USA seit Jahren verpönt, deswegen hatte Bill es durch Pflanzenfett ersetzt.

Als Deutsche daran gewöhnt, gelegentlich mit Schmalz zu kochen, und ausserdem kein grosser Freund von Margarine, bin ich zum ursprünglichen Schweinefett zurückgekehrt.

Ausserdem wollte ich den Teig lieber mit Strecken und Falten verarbeiten, plus Übernachtung im Kühlschrank, anstatt das Brot am gleichen Tag zu backen.

Mein erstes Bier-Roggenbrot sah wirklich hübsch aus - aber selbst mit der Hälfte Zucker und Molasse war es immer noch viel zu süss für unseren Geschmack!

Bill Middeke, ein leidenschaftlicher Radfahrer (der oft für Wohltätigkeitsprojekte in die Pedale tritt), braucht sicher genügend Kohlehydrate als Treibstoff für seine athletischen Unternehmungen. Mein Fahrrad trägt mich aber hauptsächlich zum nahen Supermarkt, und ich bekomme reichlich Kohlenhydrate durch Schokokade und Desserts.

Und nicht nur das, der beste aller Ehemänner beklagte sich über den Kümmel! Während ich nichts dagegen habe, schätzt Richard den Geschmack nicht sehr, und findet ihn immer überdosiert.

Ich unternahm also nochmal einen Versuch mit dem Bier-Roggenbrot, reduzierte die Zucker- und Molassemenge auf ein Viertel (mit ein bisschen mehr Wasser als Ausgleich für die fehlende Molasse) und den Kümmel auf ein Drittel.

Gespannt warteten wir darauf, das neue Brot zu probieren - jetzt war die Süsse war gerade richtig, aber mit dem wenigeren Zucker schmeckte das Brot ein bisschen zu fade, und brauchte endeutig mehr Salz.

Und mein Mann, das empfindliche Pflänzchen, fand den Kümmel immer noch zu "too much!".

Ruthless Rye für ein "unbarmherziges" Roggenbrot!

Unnachgiebig auf unsere Vorlieben getrimmt, erhielt die endgültige Version schliesslich den Anderson-Gütestempel: ein schmackhaftes, dezent süsses Brot mit einem Hauch von Kümmel und "brutal" voll des guten Stoffs. "Ruthless Rye Stout" ist natürlich genau das Richtige für ein Roggenbrot.

BreadStorm-Benutzer (auch der kostenlosen Version), können die Formel hier herunterladen.

  
 BIER-ROGGEN-BROT (adaptiert von "Baking with the St. Paul Bread Club")
 (2 kleine Laibe)

360 ml/350 g Stout, oder anderes dunkles Bier
70 g Wasser
34 g Schweineschmalz (oder Pflanzenfett)
9 g brauner Zucker
21 g Molasse (oder Zuckerrübensirup)
12 g Salz
1 EL abgeriebene Orangenschale (ca. 8 g)
1/2 TL Kümmelsaat, (oder mehr, nach Geschmack)
3 g Trockenhefe (oder 9 g
Frischhefe)
325 g Vollkorn-Roggenmehl
320 g Weizenmehl Typ 550
Roggenflocken, zum Bestreuen


1. TAG:
Bier und Wasser in einem kleinen Topf erhitzen, bis sich die ersten Blasen zeigen. Schmalz, Zucker, Molasse, Salz, Orangenschale und Kümmel dazugeben. Abkühlen lassen, bis die Mischung nur noch lauwarm ist (höchstens 35ºC).

Hefe in der lauwarmen Biermischung auflösen. Zusammen mit dem Mehl in die Mixerschüssel geben und 1-2 Minuten auf niedriger Stufe (oder mit Holzlöffel) mischen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist.
5 Minuten lang ruhen lassen (Autolyse), dann auf mittel-niedriger Stufe (oder mit der Hand) 6 Minuten lang kneten, dabei, falls nötig, etwas mehr Wasser oder Mehl dazugeben (der Teig soll weich und etwas klebrig sein).

Teig auf eine leicht geölte Arbeitsfläche geben. Mit eingeölten Händen zu einem Rechteck auseinanderziehen, dann von oben und unten wie einen Geschäftsbrief in Drittel falten. Dann ebenso  von beiden Seiten her falten.

Teigpaket zu einem Ball zusammennehmen, und mit der Naht nach unten in eine leichte eingeölte Schüssel legen. Zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen.

Das Strecken und Falten noch 3 x in 10-minütigen Abständen wiederholen. Nach dem letzten Falten gut zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen. (Ich teile den Teig jetzt schon in zwei Hälften, und kühle sie in zwei Plastikcontainern).


2. TAG:
Teig 2 Stunden vor Gebrauch zum Aufwärmen aus dem Kühlschrank nehmen - er soll sein Volumen verdoppelt haben.

Ofen auf 220ºC vorheizen (mit Dampfgefäss). Backblech mit Backpapier auslegen.

Teig in 2 kleine runde oder ovale Brote formen. Mit der Naht nach unten aufs vorbereitete Backblech legen und mit Rasierklinge oder scharfem Messer einschneiden (siehe Foto). Mit Wasser bestreichen oder -sprühen, mit Roggenflocken bestreuen und zugedeckt 60 Minuten oder so lange gehen lassen, bis sich das Volumen in etwa verdoppelt hat (Fingerprobe: eine sanft eingedrückte Delle soll sich nicht wieder auffüllen - wenn dieses weiche Brot nicht genügend aufgegangen ist, reisst es unschön im Ofen auf!)

Brote bei 180ºC mit Dampf (1 Tasse kochendes Wasser ins Dampfgefäss giessen) 20 Minuten lang backen. Brote um 180 Grad dehen, Dampfgefäss entfernen, und in weiteren 20-25 Minuten fertig backen, bis sie goldbraun aussehen und die Innentemperatur mindestens 91ºC beträgt.

Auf einem Rost auskühlen lassen.

Ob rund oder länglich  - Bier-Roggenbrote sehen sehr attraktiv aus


Bei YeastSpotting eingereicht

Sonntag, 23. März 2014

FEUCHTFRÖHLICH IRISCH - GUINNESS CUPCAKES MIT BAILEY'S CREAM FROSTING


Click here for the English version of this post



















In den USA wird St. Patrick's Day am 17. März jedes Jahr gross gefeiert - oder zumindest als Anlass für ausgiebigen Genuss irischen Biers genutzt, das mancherorts zu Ehren der Grünen Insel sogar auch noch giftgrün gefärbt wird.

St. Patrick, der Schutzheilige Irlands, ist vor allem deswegen so beliebt, weil an seinem Todestag das vorösterliche Fastengebot für einen Tag ausgesetzt wird - eine Massnahme, die seitens seiner Anhänger als Aufforderung zum ungehemmten Alkoholkonsum verstanden wird.

St.Patrick - Anlass zu frommen Besäufnis!
Für meine Kunden habe ich zur Feier des Tages Irish Soda Bread gebacken, ein ungewöhnliches, aber wohlschmeckendes Brot, das ausschliesslich mit Backnatron als Triebmittel hergestellt wird.

Ich brauche aber keinen speziellen Feiertag, um irisches Bier zu trinken, gemäss dem Slogan: "Guinness is good for you!" habe ich dieses Lieblingsbier eigentlich immer im Haus.

Ausserdem lebe ich streng nach dem Grundsatz: "Das Leben ist ungewiss - iss das Dessert zuerst!". Was lag also näher, als beides zu verbinden und etwas mit Guinness zu backen?

Und, um die Sache noch ein bisschen feuchtfröhlicher  irischer zu gestalten, Bailey's Irish Cream gewissermassen als Sahnehäubchen obendrauf zu geben?

Ich habe Lauras Rezept leicht verändert, etwas Vollkornweizenmehl eingeschmuggelt, für einen intensiveren Schokoladengeschmack ein bisschen Instant-Espresso zugefügt, und die Salzmenge etwas reduziert.

Anstatt Buttercreme, habe ich lieber ein (genauso haltbares) Cream Cheese Frosting gewählt, mit Frischkäse an Stelle von Butter. Bei Frosting verwende ich gern etwas weniger Zucker, es soll fest genug, braucht aber nicht steif zu sein.

Obwohl ich erst etwas erschrocken über die Weichheit der Cupcakes war, hatten sie einige Stunden nach dem Backen doch genügend Struktur, um das Frosting zu vertragen. Einen Tag lang durchgezogen, schmeckten sie so gut, dass ich dazu sogar klaglos grünes Bier getrunken hätte.


GUINNESS CUPCAKES MIT BAILEY'S CREAM FROSTING

Cupcakes  (nach Tide & Time Blog)
(reicht für 13 Cupcakes)

95 g Weizenmehl 405
30 g Vollkornweizenmehl
200 g Zucker
3/4 TL Backnatron (4 g)
1/4 TL Salz
1/2 Flasche Guinness (ca. 170 g)
113 g Butter 
32 g Kakaopulver
1/2 TL Instant Espressopulver
1 Ei (Kl. M)
77 g Saure Sahne oder Schmand

Bailey's Irish Cream Frosting   (Food.com)
140 g Doppelrahmfrischkäse (Zimmertemperatur)
36 g Butter (Zimmertemperatur)
180 g Puderzucker
36 ml/ 2 1/2 EL Bailey's Irish Cream

Ofen auf 175ºC vorheizen. Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Trockene Zutaten vermischen (geht mit dem Schneebesen am schnellsten)

Mehl, Zucker, Backnatron und Salz in einer Schüssel vermischen. Beiseite stellen.

In einem Topf Guinness und Butter bei mittlerer Hitze zum Köcheln bringen. Kakaopulver dazugeben und rühren, bis die Masse glatt ist. Leicht abkühlen lassen.

Als letztes die trockenen Zutaten unterrühren

Mit dem Mixer Ei und saure Sahne gut miteinander verrühren. Guinness-Schokoladenmasse dazugeben und unterrühren, bis sich alles gerade verbunden hat. Als letztes Mehlmischung auf mittlerer Stufe untermischen.

Papierförmchen mit der Schokoladenmasse füllen

Papierförmchen bis zu 3/4 mit dem (ziemlich flüssigen) Teig füllen. Cupcakes backen, bis eine hineingestochene Nadel sauber bleibt, etwa 17 Minuten (die Oberfläche soll noch ziemlich weich sein und sich eindrücken lassen!)

Obwohl durchgebacken, erzeugt Fingerdruck sichtbare Dellen (unten links und rechts)

Auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen (Cupcakes vorsichtig nach 5 Minuten aus den Muffin-Mulden heben).

Bailey's Cream Frosting

Für das Frosting Frischkäse, Butter und Bailey's cremig rühren. Langsam den Puderzucker dazugeben, und untermischen, bis sich alles miteinander verbunden hat.

Frosting auf die kalten Cupcakes aufspritzen oder mit einer Palette auftragen. Mit Kakao oder Schokostreuseln dekorieren.

Bailey's Cream Frosting: das Tüpfelchen auf dem i

Die Cupcakes schmecken am besten, wenn sie einen Tag durchgezogen sind. Kühl aufbewahrt halten sie sich mehrere Tage frisch.


Empfohlener Beitrag

RICHTIG AUFGEPUFFT - AMERIKANISCHE POPOVERS

Click here for the English version of this post Popovers sind die amerikanische Version des englischen Yorkshire-Puddi...