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Sonntag, 16. November 2014

KÜRBISBRÖTCHEN MIT RUM-FRÜCHTEN FÜR STEFANIE'S FRÜHSTÜCK

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Kaum zurück von meinem Hamburg-Trip, fing es hier in Bar Harbor an zu schneien, dicke, feuchte Flocken, die zwar schnell von den Strassen wegtauten, den Garten aber winterlich weiss hinterliessen - und die bitter nötige Entfernung des massenhaften angewehten Ahornlaubs unmöglich machten.

Der erste Schnee in unserer Strasse

Hanaâ's ABC-Bäcker hatten bereits ihre Cranberry Pumpkin Rolls für den Monat November gebacken, aber ein Blick auf die appetitlichen Fotos überzeugte mich davon, mir die kleinen, goldenen Brötchen doch noch vorzunehmen.

Die Kombination von Kürbis, Cranberries, Rosinen und kandiertem Ingwer mit warmen Gewürzen wie Zimt und Nelken schien nicht nur verlockend (der Duft!), sondern am kalten Übergang von Herbst in den Winter auch gerade richtig für ein gemütliches Frühstück:


Anlässlich ihres 6-jährigen Jubiläums von "Hefe und mehr" lädt Stefanie (die wie ich auf ein gutes Frühstück grossen Wert legt), zu einem virtuelles Blog-Frühstück ein. Jeder Gast darf sein eigenes Brot, Brötchen oder Gebäck mitbringen - es muss nur, wie nicht anders zu erwarten, mit Hefe (wild oder zahm) gebacken sein.

Ich habe das Rezept von King Arthur Flour ein bisschen meinen Vorlieben angepasst, ein Viertel des weissen Mehls durch Vollkornweizen ersetzt, Zucker und Salz reduziert, und, vor allem, den Trockenfrüchten ein alkoholisches Bad in Rum gegönnt.

Für den guten Geschmack: Früchte und Rum

Mit einem langsamen, kaltes Reifen über Nacht liess ich ausserdem den reichen Zutaten genügend Zeit, eine harmonische Verbindung miteinander einzugehen und ihr Aroma zu entwickeln. Und wo Kürbis drin ist, darf natürlich auch Kürbiskern als Deko drauf sein!

Die kleinen, weichen Brötchen waren so lecker, dass wir sie binnen zwei Tagen restlos vertilgt hatten. Durch die lange, kalte Reifung hatten sie nicht nur einen wunderbar würzigen Geschmack, sondern die beschwipsten Trockenfrüchte waren auch zart und weich, ohne dass der Rum dabei vorschmeckte.

Mit Marmelade oder nur mit Butter: einfach lecker!

KÜRBISBRÖTCHEN MIT RUM-FRÜCHTEN (nach King Arthur Flour
(16 kleine Brötchen)

Rum-Früchte:
64 g getrocknete Cranberries
64 g Rosinen (ich habe Sultaninen genommen)
53 g kandierter Ingwer, gewürfelt
60 ml brauner Rum

Teig
500 g Weizenmehl Typ 550
67 g Vollkornweizenmehl
1 TL gemahlener Zimt
1/4 TL gemahlener Ingwer
1/4 TL gemahlene Nelken
40 g brauner Zucker
6 g/1 TL Salz
7 g Trockenhefe (oder 21 g Frischhefe)
170 g Kürbispüree*
2 Eier (Kl. M)
eingeweichte Rumfrüchte (mit Einweichflüssigkeit, soweit noch vorhanden)
90 g - 120 g Wasser (je nach Wassergehalt des Kürbis)
57 g weiche Butter
Ei, mit etwas Wasser verschlagen zum Bestreichen
gehackte Kürbiskerne zum Bestreuen

*Zubereitung siehe Dan Lepard's Kürbis-Molke-Brot

VORTAG
Morgens: Trockenfrüchte in einer kleinen Schüssel in Rum einweichen (ab und zu umrühren).

Abends: alle Teigzutaten auf niedriger Stufe mixen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist (lieber erst etwas Wasser zurückhalten, da der Wassergehalt des Kürbis schwanken kann). Teig 5 Minuten ruhen lassen. Auf mittel-niedriger Stufe 6 Minuten lang kneten, dabei, falls nötig, Wasser oder etwas Mehl dazugeben, der Teig soll weich und noch etwas klebrig sein.

Teig auf eine eingeölte Arbeitsfläche geben, mit eingeölten Händen erst zu einem Viereck auseinanderziehen und -drücken, dann von oben und unten wie einen Geschäftsbrief in Drittel falten. Anschliessend von rechts und links zur Mitte falten. 10 Minuten ruhen lassen (Mixerschüssel darüberstülpen). (S&F Methode siehe hier).

Dieses Strecken und Falten noch 2-3 Mal in 10-minütigen Abständen wiederholen. Nach dem letzten S&F den Teig in einen eingefetteten Behälter legen und gut abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.



Nach dem letzten S&F geht's über Nacht in den Kühlschrank

BACKTAG
Teig 2 Stunden vor Gebrauch aus dem Kühlschrank nehmen. Er soll sich beinahe im Volumen verdoppelt haben (falls nicht, länger gehen lassen).

Teig in gleichschwere Stücke teilen und zu runden Brötchen schleifen

Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, und in 16 gleichschwere Stücke teilen (ca. 78 g). Zu runden Brötchen schleifen und, mit der glatten Seite nach oben, auf ein perforiertes oder mit Backpapier belegtes Backblech legen.

Geformte Kürbisbrötchen vorm Aufgehen...

Mit dem verquirlten Ei bestreichen und gehackten Kürbiskernen bestreuen (leicht andrücken). Zugedeckt 1 Stunde oder so lange gehen lassen, bis sie sich mindestens um das 1-1/2-fache vergrössert haben (Fingertest: eine sanft eingedrückte Delle soll erkennbar bleiben).


....und nach dem Aufgehen

In der Zwischenzeit den Ofen auf 175ºC vorheizen (kein Dampfgefäss).

Brötchen 20 Minuten backen (nach 10 Minuten einmal um 180 Grad drehen, um eine gleichmässige Bräunung zu erzielen), bis sie goldbraun sind (Innentemperatur 90ºC).

Man darf sie auch gern warm essen!

Auf einem Kuchengitter etwas abkühlen lassen und warm, oder bei Zimmertemperatur, servieren.


TIPP: In Plastikfolie eingewickelt, kann man die Brötchen drei Tage bei Zimmertemperatur aufbewahren. Oder in einen Gefrierbeutel legen und einfrieren.

Donnerstag, 5. September 2013

KÜRBIS-MOLKE-BROT (NACH DAN LEPARD)


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Während der Sommersaison backe ich zwar viel, aber hauptsächlich für A&B Naturals, den Naturkostladen, der meine Brote verkauft.

Ausserdem gibt's noch weitere zeitintensive Projekte, wie Fenster streichen (mit einigen unermüdlichen Mücken als Gesellschaft), den steifen Nacken meines Mannes massieren (nach Einsetzen besagter Fenster), und die lästigen japanischen Käfer einfangen, die meine Himbeerblätter in Spitzen verwandeln.

Käfer -"Spitze"!

Die Liste meiner "Gleiches-Recht-Brote" wartet auch noch aufs Abarbeiten - ich habe mittlerweile zwar ein paar mehr davon gebacken, aber etwas von meinem Schwung verloren, nachdem ein paar widerspenstige Brote mir einfach nicht so recht gelingen wollten.

In einer Wochenendausgabe des "Guardian" bin ich dann auf ein interessantes Brotrezept von Meisterbäcker Dan Lepard gestossen - mit Molke anstelle von Wasser.

Zufällig hatte ich gerade eine Menge Molke im Kühlschrank, ein Nebenprodukt meiner letzten Joghurtproduktion. Zu schade, um sie wegzugiessen, wusste ich nicht recht, was ich damit anfangen sollte.

Da kam mir das goldene Kürbis-Molke-Brot gerade recht!

Zutaten für Kürbis-Molke-Brot: Kürbispüree, Kürbiskerne und Molke

Hier in den USA kann ich fertiges Kürbispüree in guter Qualität in jedem Supermarkt bekommen, und habe immer einen Vorrat davon in der Speisekammer, falls mich ein plötzlicher Drang nach Kürbispfannkuchen oder Kürbis-Schoko-Muffins überkommt.

Europäer haben es weniger bequem, und müssen, wie Dan Lepard, frischen Kürbis selber kochen, teilentsaften und pürieren. Da es etwas dauern kann, bis genügend Flüssigkeit abgetropft ist, fängt man damit am besten rechtzeitig vorher an.

An Dan Lepards Broten gefällt mir besonders sein minimalistischer Ansatz, was das Kneten anbelangt. So sehr ich auch Richard Bertinets Brote schätze - man vergleiche nur mal seinen 30-minütiges Oberarm-Workout mit Lepards 10 Sekunden sanfter Teigmassage.

Normalerweise benutze ich den Standmixer, aber dieser weiche Teig ist einfach und mit geringerem Aufwand per Hand zu kneten.

Da ich längere Gare vorziehe, habe ich den Teig am Vortag gemixt, und ihn langsam über Nacht im Kühlschrank reifen lassen. Dabei braucht man auch weniger Hefe, (wie mir der etwas allzumächtig aufgegangene Teig am nächsten Morgen zeigte).

Fürs gute Gewissen und bessere Haltbarkeit hab ich etwas von dem Weissmehl durch Vollkornmehl ersetzt - in Deutschland hätte ich dafür auch Typ 1050 nehmen können (was es hier leider nicht gibt).

Die Krume hat eine wunderbar goldene Farbe


Mein Kürbis-Molke-Brot wurde sehr gut,  mit dünner, krosser Kruste, tiefgoldener Krume und ausgezeichnetem Geschmack. Als echtes Mehrzweckbrot kann man es sowohl mit Schinken als auch Marmelade geniessen, und auch prima toasten.

Es hält sich in einer Papiertüte mehrere Tage frisch.


KÜRBIS-MOLKE-BROT   (Pumpkin Whey Bread nach Dan Lepard)
(2 Brote oder 24 Brötchen)

Kürbispüree
1 Butternut-Kürbis (oder anderer kleiner Kürbis)

Teig
450 g Kürbispüree
450 g Molke, lauwarm
    5 g Trockenhefe (oder 15 g Frischhefe, entsprechend vorbereitet)
200 g Kürbiskerne, leicht geröstet und abgekühlt
40 g/50 ml Olivenöl
900 g Weizenmehl 550
100 g Vollkornweizenmehl oder Typ 1050
  18 g Salz

Feuchte Zutaten für das Kürbis-Molke-Brot, plus Kerne und Hefe

VORTAG
Kürbis halbieren, Kerne und Fasern mit einem Löffel entfernen, schälen und würfeln.

Kürbiswürfel in einem (mikrowellenfesten) Gefäss (ohne Zugabe von Wasser) zugedeckt so lange in der Mikrowelle backen, bis sie sehr weich sind (ca. 15 Minuten), dabei zwischendurch 2 x umrühren.

Etwaige Flüssigkeit abgiessen, und Kürbis in einem Sieb gut abtropfen lassen. Anschliessend im Food Processor oder mit dem Pürierstab pürieren.

In einer grossen Schüssel Kürbispüree, Molke und Trockenhefe gut vermischen. Kürbiskerne und Öl unterrühren, dann Mehl und Salz dazugeben. Mit der Hand mischen, bis alles Mehl durchfeuchtet ist und ein weicher, klebriger Teig entsteht. Zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen.

Der Teig soll noch klebrig sein, hier ist er noch nicht fertiggemischt und sieht daher trockener aus, als er ist

Teig auf einer leicht eingefetteten Arbeitsfläche mit eingeölten Händen sehr kurz durchkneten (etwa 10 Sekunden). Zu einem Ball zusammennehmen, in einen eingefetteten Container legen und darin herumdrehen, damit er von allen Seiten leicht eingeölt ist. Zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

BACKTAG
Teig 2 Stunden vor Gebrauch zum Aufwärmen aus dem Kühlschrank nehmen.

Mit der Hefemenge des Originalrezepts ging der Teig ein bisschen zu gewaltig auf

Den Teig in 2 gleiche Teile schneiden (oder in 24 Stücke für Brötchen, etwa je 90 g). 2 längliche oder runde Laibe formen (oder Brötchen). Brote mit der Naht nach oben in gut bemehlte Gärkörbe legen (Brötchen mit der Naht nach unten auf mit Backpapier belegte oder perforierte Backbleche setzen.

Brot mit der Naht nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen legen

Mit Mehl bestreuen und zugedeckt 45 - 60 Minuten lang reifen lassen, bis Brote oder Brötchen um das 1 1/2-fache aufgegangen sind (Fingerprobe: eine mit dem Finger eingedrückte Delle darf sich nicht wieder ganz auffüllen).

Ofen auf 210ºC vorheizen, Dampfgefäss auf der untersten oder obersten Schiene mit heisswerden lassen. Für die Brote ein Backblech mit Backpapier belegen.

Das Brot ist um die Hälfte aufgegangen

Brote nebeneinander aufs vorbereitete Backblech legen. Mit Lamé oder scharfem Messer wie gewünscht einschneiden. (Brötchen, falls nötig, noch mal mit Mehl bestreuen und in der Mitte einkerben).

Gleich geht's in den Ofen!

Brote in die Ofenmitte stellen. Brötchen auf zwei Ebenen (mit Umluft*) backen (oder nacheinander: dann ein Blech kühl stellen). 1 Tasse kochendes Wasser ins Dampfgefäss giessen. Nach 20 Minuten  Dampfgefäss entfernen und Brote um 180 Grad drehen (beim Backen auf 2 Ebenen auch von oben nach unten wechseln).

Weitere 20-25 Minuten (Brötchen: 15-20 Minuten) lang backen, bis die Brote goldbraun sind, hohl klingen, wenn man sie beklopft, und die Innentemperatur 90ºC beträgt.

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

*) Ich backe grundsätzlich alle Brote mit Umluft, die Temperaturangaben im Rezept sind für Ober-und Unterhitze, mein Ofen passt sie automatisch an.

Eingereicht bei YeastSpotting und

                        Indovina chi viene a cena                                            




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