Montag, 12. Juni 2017

RHABARBER-UPSIDE-DOWN-CAKE - UMGEKEHRT WIRD EIN KUCHEN DARAUS


Amerikaner lieben Upside-Down-Cakes. Bei diesem Gebäck werden die Früchte nicht, wie bei den meisten Obstkuchen, auf dem Teig angeordnet, sondern der Teig wird ûber der Obstschicht verteilt.

Nach dem Backen wird der Kuchen kopfüber ("upside-down") auf eine Platte gestürzt, sodass sich nun die Obstschicht obenauf befindet.

Man kann dafür alle möglichen Früchten verwenden, am bekanntesten ist die Ananas-Version, (Pineapple-Upside-Down-Cake). Mit Äpfeln haben wir die amerikanische Version einer Tarte Tatin.

Ich liebe Rhabarberschorle!
Als grosser Rhabarberfan verarbeitete ich ihn in allen möglichen Gebäcken, und koche ausserdem Sirup für Rhabarber-Schorle (die es in den USA leider nicht gibt).

Die NY Times, immer eine Quelle für gute Rezepte, offerierte einen Rhabarber-Upside-Down-Kuchen, der mir besonders interessant erschien.

Mit braunem Zucker und reichlich Zitrone -  da ist der Erfolg ja schon beinahe sicher!

Die Zubereitung braucht zwar etwas Zeit, aber die Mühe lohnt sich aber wirklich!

Der Rhabarber-Upside-Down-Cake - ich habe nur den Zucker etwas reduziert - ist ein überaus saftiger, leckerer Kuchen, der auch nach drei Tagen (bei relativ warmen Temperaturen in unserer Küche) noch gut schmeckt.

Wie alle Upside-Down-Kuchen würde er zwar wohl keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, er sieht etwas murkelig aus, aber der Geschmack hat auf jeden Fall eine Prämie verdient!

Rhabarber in unserem Garten - er muss noch ein bisschen wachsen!

Ich schrumpfe meine Kuchen meist auf Miniaturformat - wir haben ja nur noch einen 2-Personen-Haushalt - daher habe ich das Rezept für einen grossen und einen kleinen Kuchen angegeben.

RHABARBER-UPSIDE-DOWN-CAKE (adaptiert von der NY Times)

23-cm Kuchen                                                                                      18-cm Mini-Kuchen
283 g (57 + 226 g)                  Butter (Zimmertemperatur)                     175 g (35 g + 140 g)
680 g                            Rhabarber, in 1-cm Würfel geschnitten             425 g           
6 g/2 TL                                  Maisstärke (Mondamin)                           3.7 g
275 g                                               weisser Zucker                               170 g                               
110 g                                               brauner Zucker                                 65 g
240 g                                           Weizenmehl Typ 405                          150 g
6 g/1 ¼ TL                                        Backpulver                                     3.9 g
3 g/½ TL                                                 Salz                                          1.8 g/1/4 TL                  
1 Zitrone                                abgeriebene Zitronenschale                      3/4 Zitrone              
1 TL                                                Vanilleextrakt*                                   2.5 g/1/2 + 1/8 TL               200 g/4 Stück                                      Eier Kl. M                                    125 g
77 g                                                    saure Sahne                                   48 g
2 TL                                                   Zitronensaft                                    1 1/4 TL

*) bei Vanillezucker die doppelte Menge nehmen

Den Boden einer 23-cm (oder 18-cm) Springform mit Backpapier auslegen. Papier und Seiten der Form mit Butter einfetten. Boden mit einer doppelten Schicht Alufolie umwickeln und die Springform auf ein eingefettetes Backblech stellen.

Rhabarberstücke mit Zucker und Stärke vermischen

Rhabarber, Maisstärke und 100 g (60 g) vom weissen Zucker in einer Schüssel gut vermischen.

Die trockenen Zutaten vermischt man am besten mit dem Schneebesen

In einer kleinen Schüssel Mehl, Backpulver und Salz gut verrühren.

Braunen Zucker mit Butter erhitzen

In einem Topf braunen Zucker mit 57 g (35 g) Butter bei mittlerer Hitze erhitzen, dabei ständig mit dem Schneebesen rühren, bis die Masse glatt ist und Blasen wirft (ca. 2 Minuten).

Backofen auf 160ºC vorheizen.

Zitronenschale mit Zucker verreiben und vermischen

In einer kleinen Schüssel Zitronenschale mit dem restlichen weissen Zucker (175 g bzw. 110 g) verreiben und gut vermischen.

Restliche 226 g (140 g) Butter mit dem Handrührgerät 2 Minuten lang schlagen. Zitronenzucker dazugeben und auf mittelhoher Stufe rühren, bis die Mischung hell und fluffig rühren (Schüsselwand zwischendrin herunterschaben).

Nach Zugabe des Zitronensaft sieht die Masse erstmal geronnen aus

Vanille unterrühren. Eier nacheinander dazugeben, nach jeder Zugabe gründlich mixen. Saure Sahne untermischen, dann Zitronensaft (keine Sorge, wenn die Masse geronnen aussieht!)

Mehlmischung portionsweise unterrühren

Auf niedriger Stufe Mehlmischung in kleinen Portionen dazugeben und gut vermischen (Schüsselwände zwischendrin herunterschaben).

Rhabarberstücke gleichmässig auf der Zuckermasse verteilen

 Braune Zuckermasse in die Springform füllen, dann den Rhabarber mit allem Saft darauf verteilen. Teig gleichmässig darüberlöffeln, sodass die Rhabarberschicht bedeckt ist.

Als letztes Teig darüber verstreichen

Kuchen in der Mitte des Ofens ca. 75 Minuten, bis sich die Oberfläche fest anfühlt und keine grossen, feuchten Krümel mehr an einer eingestochenen Nadel festkleben.

So kommt der Kuchen aus dem Ofen

Kuchen 15 Minuten lang in der Form abkühlen lassen, dann den Rand mit einem Messer lockern, eine Platte darauflegen und den Kuchen stürzen (wichtig: dafür muss der Upside-Down-Cake noch warm sein, sonst bleibt er kleben!)

Unterseite zuoberst: der Upside-Down-Cake

Der Kuchen schmeckt warm oder bei Zimmertemperatur, und hält sich, abgedeckt, bis zu drei Tagen (Zimmertemperatur).

Bar Harbor im Frühling



Kommentare:

  1. klingt absolut klasse, deine Rhabarber-Variante. Ich hab dieses Jahr noch gar keinen verarbeitet, und glaube fast jetzt ist es zu spät....

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    1. Bei uns gibt's noch jede Menge davon, ich hab mir gerade wieder welchen zum Sirupkochen (für Schorle) besorgt. Vielleicht dann nächstes Jahr.

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  2. Die umgedrehten Obstgarten waren Ende der 70er total trendy. Die habe ich damals oft gebacken

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    1. Hierzulande scheinen die Upside-Down-Kuchen nie aus der Mode gekommen zu sein. Ausser Pies, Muffins, Scones und dem einen oder anderen Crumble Cake sind es ja auch leider die einzigen Fruchtkuchen, die man kennt. Da kommen dann immer mal Heimweh-Gefühle auf, gegen die ich dann anbacke :)

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  3. Sieht sehr gut aus. Wir sind in Lindau am Bodensee und geniessen jeden Tag die herlichsten Deutschen Kuchen :-) Leider kann ich kein Photo zufugen. Ist hier ( fast ) so schon wie im Bar Harbor!

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    1. Lindau ist wunderschön! Ich bin jahrelang dorthin zu einem Psychotherapie-Kongress gefahren und hab das immer sehr genossen.

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